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Politik Ausland
12/05/2011

Gaddafi: Neue Botschaft aus dem Versteck

Es sei unmöglich, sein politisches System abzuschaffen: Der gestürzte libysche Machthaber hat sich erneut aus seinem Versteck zu Wort gemeldet.

Der gestürzte libysche Machthaber hat sich erneut zu Wort gemeldet. Der syrische TV-Sender Arrai strahlte am Dienstag eine Tonaufnahme Muammar al-Gaddafis aus - der sich trotz des politischen Umbruchs in seinem Land unbeugsam gibt. "Das politische System in Libyen beruht auf dem Volkswillen", sagte er in der Aufzeichnung. "Es ist unmöglich, dass dieses System abgeschafft wird." Die NATO werde ihre Luftangriffe nicht unbegrenzt fortsetzen können, so Gaddafi weiter.

Gaddafis Aufenthaltsort ist nach wie vor unbekannt. Die Streitkräfte der Übergangsregierung haben seine Einheiten in wenige kleinere Orte zurückgedrängt.
Vor allem in Sirte, der Heimatstadt des verschwundenen Machthabers, in Bani Walid und in der Wüstenstadt Sebha toben noch heftige Kämpfe.Die libyschen Rebellen wollen Sirte binnen einer Woche einnehmen, sagte ein Rebellensprecher am Dienstag. Dort waren die Kämpfer auf heftigen Widerstand gestoßen: 50 Aufständische seien seit dem Beginn des Angriffs auf die Küstenstadt gestorben, sagte der Sprecher. Deshalb hätten sie jetzt ihre Taktik geändert. "Wir werden jetzt alle Zufahrten nach Sirte blockieren", so der Sprecher.

In der Stadt Bani Walid, in der es ebenfalls noch kämpfende Truppen der Gaddafi-Anhänger gibt, sollen in den vergangenen Tagen 24 Rebellen gefallen sein. Auf dem Vormarsch sind die Rebellen nach eigenen Angaben in der südlichen Wüstenstadt Sebha.
Dort wurde am Montag auch ein ranghoher General, der Gaddafis Geheimdienstchef in der Region Al-Khofra war, gefasst.

Gaddafi wird in einer der drei belagerten Städte vermutet.

Rebellen blockieren Übergangsregierung

Indes gibt es in den Reihen der Aufständischen erste Dispute. Ein Komitee der Aufständischen in der Hauptstadt Tripolis sprach sich gegen die Bildung einer Übergangsregierung aus, "solange das Land noch nicht vollständig befreit ist".

Gleichzeitig erklärten die Rebellen, der designierte Ministerpräsident der Übergangsregierung, Mahmoud Jibril, sei als Regierungschef keine Idealbesetzung, weil er sich während der Revolution meist im Ausland aufgehalten habe. Die Übergangsregierung hätte eigentlich bereits am vergangenen Sonntag vorgestellt werden sollen. Wegen der Rivalitäten verschiedener Gruppierungen wurde der Termin jedoch auf unbestimmte Zeit verschoben.

Einige Libyer befürchten, dass in ihrer neuen Regierung zu viele Politiker "von Katars Gnaden" sitzen könnten. Der Golfstaat Katar hatte in den vergangenen Monaten eine entscheidende Rolle in der Libyenkrise gespielt und auch die NATO-Einsätze unterstützt.

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