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Politik Ausland
12/05/2011

Gaddafi angeblich geflüchtet

Libyens Ex-Diktator soll aus der eingenommenen Wüstenstadt Sebha geflüchtet sein. Die Rebellen haben gut 16 Milliarden Euro "gefunden".

Seit Wochen ist der Aufenthaltsort Muammar al-Gaddafis unbekannt - jetzt will der libysche Übergangsrat (NTC) Hinweise auf den Aufenthaltsort des gestürzten Machthabers haben. Oder besser: Auf den Versteck, aus dem er nun geflüchtet sein könnte.

Nach eigenen Angaben liegen dem NTC nämlich "unbestätigte Hinweise" auf eine Flucht Gaddafis aus Sabha ( Sebha) vor. Die Wüstenstadt - sie liegt im Süden des Landes, mitten in der Sahara - hatte sich in den vergangenen Wochen zu einem Widerstandsnest von Gaddafi-treuen Kämpfern entwickelt. Am Mittwoch war die Oasenstadt schließlich eingenommen worden. Ein Sprecher des NTC sagte am Donnerstag, man gehe den Angaben zur angeblichen Flucht Gaddafis aus Sebha nun nach.

Wohin Gaddafi geflüchtet sein könnte, bleibt offenbar ein Rätsel. Wichtigste Bastionen des früheren Machthabers sind die Wüstenstadt Bani Walid südöstlich der Hauptstadt Tripolis und Gaddafis Geburtsstadt Sirte. Anhänger des Übergangsrates machen bei ihrem Kampf gegen Gaddafi-Getreue Fortschritte und haben nach eigenen Angaben das Gebiet Jufra und eben die Stadt Sabha eingenommen. Allerdings würden hier nach wie vor Scharfschützen Widerstand leisten.

Mehr als 16 Milliarden Euro Bargeld entdeckt

Laut der britischen Financial Times hat der libysche Übergangsrat indes einen großen Geld-"Fund" gemacht. Laut dem Bericht wurde in der Zentralbank in Tripolis Geld im Wert von mehr als 16 Milliarden Euro aus der Zeit Gaddafis entdeckt. Die Summe sei in diesem Monat gefunden worden, meldete die Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise in London und Tripolis.

Mit dem Geld könne das Land rund sechs Monate lang finanziert werden, zitiert die Financial Times den Finanzbeauftragten des Übergangsrats, Wafik Schater. Libyen und der aus den Rebellen hervorgegangene NTC kann auf weitere Milliarden hoffen: Durch internationale Sanktionen sind noch rund 170 Milliarden Dollar im Ausland eingefroren.

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