Politik | Ausland
08.07.2018

Freilassung von Brasiliens Ex-Präsident Lula vorerst gestoppt

Richter setzte Entscheidung von Kollegen außer Kraft

Ein brasilianischer Richter hat am Sonntag die Anordnung zur umgehenden Freilassung des inhaftierten Ex-Staatschefs Luiz Inacio Lula da Silva für ungültig erklärt. Ein Richterkollege hatte Stunden zuvor angeordnet, Lulas Entlassung aus dem Gefängnis in Curitiba müsse umgehend erfolgen. Lula verbüßt dort eine langjährige Haftstrafe wegen der Verwicklung in eine Korruptionsaffäre und Geldwäsche.

Richter Joao Gebran Neto stoppte die Freilassung vorerst. Die Polizei solle den 72-Jährigen nicht auf freien Fuß setzen, bis er den Fall geprüft habe, entschied der Jurist am Sonntag. Zuvor hatte ein Bundesrichter einem Antrag auf einstweilige Verfügung stattgegeben und die sofortige Freilassung des früheren Staatschefs angeordnet. Es gebe es keine rechtliche Grundlage für seine Inhaftierung, Lula könne das Berufungsverfahren gegen sein Urteil in Freiheit abwarten, hieß es in der Entscheidung von Rogerio Favreto.

Lula verbüßt wegen Korruption eine zwölfjährige Freiheitsstrafe. Er soll von einem Bauunternehmen die Renovierung eines Luxus-Appartements angenommen haben. Lula weist die Vorwürfe zurück.