Terror-Verherrlichung: Komiker Dieudonne in Haft
Eine Mixtur aus dem Bekenntnis "Ich bin Charlie" und dem Namen eines der Attentäter von Paris hat den umstrittenen Komiker Dieudonne jetzt ins Gefängnis gebracht: "Ich fühle mich wie Charlie Coulibaly" hat der 48-Jährige, der ja bereits wegen antisemitischer Äußerungen verurteilte worden war, in einem Facebook-Eintrag geschrieben. Die Pariser Staatsanwaltschaft hatte bereits am Montag Ermittlungen eingeleitet, jetzt hat dem Dieudonne festgenommen.
Regierung verurteilt Aussage
Dass Dieudonne den Nachnamen des Islamisten Amedy Coulibaly, der bei zwei Anschlägen fünf Menschen getötet haben soll, bevor er am Freitag von Polizisten erschossen wurde, verwendet hat, wird ihm als Terror-Verherrlichung ausgelegt. Der Facebook-Eintrag des als Provokateur bekannten Dieudonne wurde von der französischen Regierung umgehend scharf verurteilt. Premier Manuel Valls sagte, Rassismus, Antisemitismus und Terror-Verherrlichung seien "keine Meinungen, sondern Straftaten". Innenminister Bernard Cazeneuve sprach von einer "Schandtat".
Der Anwalt von Dieudonne hingegen bezeichnete die vorläufige Festnahme seines Mandaten am Mittwoch als skandalös. "Wir befinden uns in einem Land mit Meinungsfreiheit? Heute in der Früh hat die Regierung das demonstriert", spottete David de Stefano nach Angaben der französischen Nachrichtenagentur AFP. Laut französischer Justiz laufen nach den Attentaten der vergangenen Woche mit insgesamt 17 Opfern 54 Verfahren wegen des Verdachts auf Terrorverherrlichung.
Auftrittsverbot
Dieudonne hatte schon vor einem Jahr international für Schlagzeilen gesorgt. Gegen den Komiker wurden damals in Frankreich wegen judenfeindlicher Äußerungen in seinem Bühnenprogramm mehrere Auftrittsverbote verhängt. Von ihm stammt auch der "Quenelle"-Gruß, der an den Hitler-Gruß erinnert.
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