Politik | Ausland
23.05.2018

Foto von US-Botschafter in Israel sorgt für Aufregung

David Friedman ließ sich mit einem veränderten Bild des Tempelbergs ablichten, auf dem die muslimischen Stätten fehlen

Der US-Botschafter in Israel ist mit einem großen Bild des Tempelbergs in Jerusalem fotografiert worden, auf dem anstelle der muslimischen Stätten ein virtueller jüdischer Tempel zu sehen ist. Die brisante Aufnahme des Botschafters David Friedman beim Besuch in einer jüdischen Einrichtung sorgte am Dienstag in sozialen Medien für Aufregung. Die US-Botschaft distanzierte sich aber sofort.

Der Tempelberg in Jerusalems Altstadt ist Juden und Muslimen heilig. Heute stehen auf dem Plateau der Felsendom und die Al-Aksa-Moschee. Für die Juden ist der Ort ebenfalls von höchster Bedeutung, weil dort zwei jüdische Tempel standen. Die Klagemauer ist ein Überrest des zweiten Tempels, der von den Römern im Jahr 70 zerstört wurde. Es gibt radikale jüdische Aktivisten, die sich für den Bau eines dritten jüdischen Tempels auf dem Areal einsetzen. Israels erklärte Regierungspolitik ist jedoch die Wahrung der bestehenden Situation.

Die strengreligiöse Nachrichtenseite „Kikar Haschabat“ veröffentlichte am Dienstag ein Bild von einem Besuch des US-Botschafters in der ultra-orthodoxen Stadt Bnei Brak. Darauf ist zu sehen, wie Friedman lächelnd neben der brisanten Fotomontage steht. Der US-Botschafter gilt als siedlerfreundlich.

Die US-Botschaft teilte mit, Friedman sei „sich nicht des Bilds bewusst gewesen, das man vor ihn schob, während das Foto aufgenommen wurde“. Man habe seinen Besuch missbraucht, um eine Kontroverse zu erzeugen, und er sei darüber „tief enttäuscht“. Die US-Politik sei „absolut klar: Wir unterstützen die Wahrung des Status quo auf dem Haram Al-Scharf/Tempelberg“.
Am Tag der Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem war es vor einer Woche zu schwerer Gewalt im Gazastreifen gekommen. Israelische Soldaten töteten bei Massenprotesten an der Grenze 60 Palästinenser. Dies rief heftige internationale Kritik hervor.