Politik | Ausland
04.07.2018

Flüchtlings-Rettungsschiff "Open Arms" in Spanien angekommen

Die Migranten aus 14 Ländern - darunter fünf Frauen und fünf Minderjährige - sollen nun versorgt werden.

Das von Italien abgewiesene Rettungsschiff "Open Arms" ist mit 60 Flüchtlingen an Bord in den Hafen von Barcelona eingelaufen. "Was für ein angenehmes Gefühl ist es, wieder zu Hause zu sein", schrieb der Gründer der spanischen Nichtregierungsorganisation Proactiva Open Arms, Oscar Camps, am Mittwoch auf Twitter.

Die Migranten aus 14 Ländern - darunter fünf Frauen und fünf Minderjährige - sollten in der spanischen Metropole zunächst medizinisch untersucht und versorgt und anschließend registriert werden.

Das Schiff hatte die Flüchtlinge am Samstag im Mittelmeer rund 30 Kilometer vor der Küste Libyens aus Seenot geborgen. Italien und auch Malta machten sofort klar, dass sie das Schiff nicht in ihre Häfen lassen wollten. Die spanische Regierung erklärte sich daraufhin zur Aufnahme der Flüchtlinge bereit.

Weitere 63 Menschen gestorben

Camps beklagte auf Twitter, seine Organisation hätte am Wochenende mehr Flüchtlinge retten können, die inzwischen ertrunken seien, sei aber aufgrund der italienischen Blockade und der Fahrt nach Spanien daran gehindert worden. "Wie traurig zu wissen, dass gestern weitere 63 Menschen gestorben sind. Wir haben nur 60 Menschen an Bord, hätten aber 270 mehr retten können", postete er.

Italiens neue Regierung hatte zuletzt mehreren Rettungsschiffen die Einfahrt in einen Hafen verwehrt: Vor der "Open Arms" waren die "Aquarius" von Ärzte ohne Grenzen und SOS Mediterranee sowie die "Lifeline" von der deutschen Organisation Mission Lifeline betroffen. Beide Schiffe waren tagelang auf dem Meer blockiert. Die "Aquarius" durfte nach einer Irrfahrt Mitte Juni nach Spanien, die "Lifeline" nach langem Ausharren nach Malta.