© Corporate Europe Observatory

Brüssel
03/02/2016

Flashmob: Mit "Les Miserables" gegen TTIP

Singen gegen TTIP: Durchorganisierter Flashmob brachte Lobbyisten ins Schwitzen.

Die Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) ist Schauplatz einer Propagandaschlacht aller beteiligten Seiten. Kommt das Chlorhuhn, werden Qualitätsstandards minimiert, oder wäre der Deal ein Gewinn für Europa und die USA? Viele Kritiker stoßen sich schon allein an der Tatsache, dass die Verhandlungen zwischen EU und USA intransparent verlaufen.

Mit dem Abkommen wollen EU und USA die größte Freihandelszone der Welt mit 800 Millionen Menschen schaffen. Der Wegfall von Handelshemmnissen und die Angleichung technischer Standards soll das Wirtschaftswachstum fördern. Verbraucher- und Umweltschützer fürchten dabei um europäische Umwelt- und Prüfstandards. Besonders in Europa hat sich daher, von vielen NGOs initiiert, großer Widerstand geregt. Eine der Nichtregierungsorganisationen, die TTIP verhindern will, ist das Corporate Europe Observatory (CEO). Die Aktivisten stemmen sich gegen den einflüsternden Einfluss, den Großkonzerne und Lobbygruppen in den EU-Gesetzgebungsprozess nehmen. Und dafür haben sie sich eine spezielle Strategie ausgedacht: CEO veranstaltet Flashmobs, bei denen TTIP-Kritiker bevorzugt auf Lobby-Veranstaltungen das Protestlied "Do You hear the People sing?" aus "Les Miserables" anstimmen. Die Reaktion auf die überraschende Darbietung ist meist das blanke Staunen der TTIP-Befürworter - so wie jüngst, als vergangene Woche in Brüssel eine weitere Verhandlungsrunde hinter verschlossenen Türen stattfand.

Bei einem Cocktail-Event für die Verhandlungsteams in Brüssel, das laut CEO-Angaben von Konzernen wie Pfizer und Intel gesponsert wurde, überraschten rund 70 Aktivisten mit einem plötzlich angestimmten Chor - das Spektakel wurde auf Video aufgenommen und auf Facebook und Youtube veröffentlicht.

"Do you hear the people sing? Singing a song of angry men? It is the music of a people who will not be slaves again!"

"Hört ihr die Leute singen? Ein Lied der zornigen Menschen? Es ist die Musik von Leuten, die keine Sklaven mehr sein werden!"

Ein großes, großes Missverständnis: Fragen und Antworten rund um TTIP finden Sie hier.

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