US-Jet schießt iranische Drohne im Anflug auf Flugzeugträger ab

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Ein US-Kampfjet vom Typ F-35 hat eine iranische Drohne über dem Arabischen Meer abgeschossen.

Zusammenfassung

  • Ein US-Kampfjet schoss eine iranische Drohne ab, die sich einem US-Flugzeugträger im Arabischen Meer näherte, was für Unruhe an den Rohstoffmärkten sorgte.
  • Die USA und der Iran bereiten neue Verhandlungen vor, bei denen Kompromisslinien zu Atomprogramm, Raketen und Milizen ausgelotet werden.
  • Regionalmächte fordern eine friedliche Lösung, während Trump erneut mit Konsequenzen bei ausbleibender Einigung droht.

Die USA haben nach eigenen Angaben eine iranische Drohne abgeschossen, die sich im Arabischen Meer dem Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" genähert haben soll. Ein F-35-Kampfjet habe den unbemannten Flugkörper vom Typ Shahed-139 abgefangen, teilte das US-Zentralkommando am Dienstag mit. 

Es habe sich um einen Akt der Selbstverteidigung gehandelt, sagte ein Sprecher. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, bestätigte den Vorfall dem Sender Fox News.

Die für diesen Freitag angesetzten Verhandlungen mit dem Iran sollten jedoch wie geplant stattfinden. Eine Stellungnahme der Regierung in Teheran lag zunächst nicht vor.

Keine Stellungnahme des Iran

Stunden nach dem Abschuss kam es in der Straße von Hormus zu einem weiteren Zwischenfall. Boote der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) und eine Drohne bedrängten nach US-Angaben den unter US-Flagge fahrenden Tanker "Stena Imperative". Die Iraner hätten versucht, das Handelsschiff zum Anhalten zu zwingen, teilte ein Marinesprecher weiter mit. Das US-Kriegsschiff "USS McFaul" sei dem Tanker jedoch zu Hilfe geeilt und habe ihn eskortiert, woraufhin sich die Situation entspannt habe. Auch hier gab es zunächst keine Stellungnahme des Iran.

Die "Abraham Lincoln" und ihr Verband sind der sichtbarste Teil der US-Truppenverstärkung im Nahen Osten. US-Präsident Donald Trump hatte die Verlegung mit gewaltsamen Unruhen im Iran und dem Atomstreit begründet. Er warnte Teheran, dass "schlimme Dinge" passieren würden, sollte es keine Einigung geben. Gleichzeitig signalisierte er Verhandlungsbereitschaft. Für Freitag sind Gespräche zwischen den USA und dem Iran in der Türkei geplant.

Mögliche Kompromisslinien ausgelotet

Hinter den Kulissen werden bereits mögliche Kompromisslinien ausgelotet. Trump stellt Insidern zufolge drei Bedingungen an die Führung in Teheran: ein vollständiges Ende der Uran-Anreicherung, eine Begrenzung des Raketenprogramms und den Stopp der Unterstützung für verbündete Milizen wie etwa die Hisbollah im Libanon. Während die Führung in Teheran diese Forderungen offiziell als Eingriff in die Souveränität des Landes zurückweist, signalisieren Regierungsvertreter Verhandlungsbereitschaft zumindest im Atomstreit.

Israel und die USA hatten im Juni einen Krieg gegen den Iran geführt und dessen Atomanlagen angegriffen. Nach zwölf Tagen endete der massive Beschuss mit einer Waffenruhe. Bei den Angriffen ist nach damaligen Angaben Araqchis die wichtigste iranische Atomanlage Fordo "ernsthaft und schwer beschädigt" worden. Trump hatte seinerzeit erklärt, die US-Angriffe hätten das iranische Atomprogramm "vollständig und total ausgelöscht".

Bereits im vergangenen Jahr hatten Washington und Teheran über Irans umstrittenes Atomprogramm verhandelt, die Gespräche waren jedoch bei zentralen Fragen ins Stocken geraten. So fordern die USA etwa, dass Irans Führung die Urananreicherung vollständig einstellt. Teheran ist zur Begrenzung seines Atomprogramms bereit, betrachtet solche Maximalforderungen jedoch als rote Linie.

Verhandlungen mit den USA sehen viele Iraner nach der blutigen Niederschlagung der Proteste Anfang Jänner äußerst kritisch. US-Präsident Trump hatte den Demonstranten auf dem Höhepunkt der Massendemonstrationen seine Unterstützung zugesagt. Dass er nun mit der iranischen Staatsführung verhandeln will, die für Tausende Tote bei den Protesten verantwortlich gemacht wird, werten viele im Iran als Verrat.

Regionalmächte dringen auf friedliche Lösung

Die Staaten in der Region dringen auf eine friedliche Lösung. Der Nahe Osten brauche keine weitere Konfrontation, sagte Anwar Gargash, Berater des Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), am Dienstag in Dubai. "Ich wünsche mir direkte iranisch-amerikanische Verhandlungen, die zu einem Einvernehmen führen, damit wir diese Probleme nicht alle paar Tage haben." Es müsse vorrangig um eine Deeskalation der Spannungen und die Vermeidung eines Konflikts gehen, unterstrich ein Vertreter einer Regionalmacht, der anonym bleiben wollte.

Trump drohte erneut, es könnten "schlimme Dinge" geschehen, sollte keine Einigung erzielt werden. Große US-Kriegsschiffe seien auf dem Weg Richtung Iran. Vergangene Woche hatte Trump erklärt, der Iran führe "ernsthafte Gespräche".

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