So präsentieren sich die Parteien

Der Wahlkampf läuft, die Plakate hängen. Jedes Sujet hat seine eigene Geschichte.

Am 25. Mai wird gewählt - darauf macht auch das österreichische Parlament per Plakat aufmerksam. Die wahlwerbenden Gruppen verlassen sich aber lieber auf ihre eigenen Kampagnenmanager. Und die machen das so.... Die ÖVP hat als erste Partei begonnen, Plakate zu affichieren. Die Besonderheit: Das Logo der ÖVP und Spitzenkandidat Karas sind zu sehen - aber nie gemeinsam auf einem Plakat. Karas hat dann noch ein 230-Quadratmeter-Plakat am Wiener Naschmarkt aufhängen lassen: "Ein Gefühl für Europa - Die Europa-Botschaft der EVP". Der Spruch stammte von U2-Sänger Bono, doch sein Management war gegen die Verwendung des Slogans. Einige Wochen später wurde das Plakat entfernt und ersetzt. Eine Karas-Sprecherin betonte allerdings, man habe ohnehin einen Sujetwechsel vorgehabt. Der neue Spruch: "Europa. Stern der Hoffnung für ein friedliches Miteinander von über 500 Millionen Menschen." Die SPÖ setzt auf traditionelle Plakat-Strategien. Frontmann Freund und Parteilogo in trauter Eintracht. Das Antlitz des Ex-Moderators steht im Vordergrund, die Botschaft ist stark Österreich-konnotiert. Auch in der zweiten Plakatwelle setzt man auf den Spitzenkandidaten, mit leicht variierter Botschaft in simpler Reimform. Auch die FPÖ tut, was ihr auch in der Vergangenheit nutzte: reimen. Allzu viel poetische Hingabe darf man dabei allerdings nicht erwarten - bei Slogans wie... ..."Österreich denkt um. Zu viel EU ist dumm" oder "Türkei nicht dabei". Bei der ersten Plakatwelle dominiert übrigens optisch Parteiobmann Strache, nicht Kandidat Vilimsky. Die ersten Sujets der Grünen erinnern an die Kernkompetenz der Partei: "Mein Paradeiser darf nicht illegal werden", lautet der Slogan in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland. Im Westen heißt es freilich Tomate (ein in den sozialen Medien schon am ersten Tag heiß diskutierter Unterschied). Die zweite Welle behandelt Ferkel, Gurken und Banken. Spitzenkandidatin Lunacek ist auch auf diesen Plakaten noch nicht abgebildet.
  Das Ferkel am Plakat bittet "Für ein Leben vor dem Schnitzel. Gegen die Macht der Agrarkonzerne. Für unsere Biolandwirtschaft." - man kämpfe gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel und das geplante Freihandelsabkommen mit den USA, und für artgerechte Haltung, Saatgut-Vielfalt und Bienenschutz, so  Lunacek.
  Am letzten Sujet findet sich eines der liebsten Aufreger-Thema der Österreicher in Sachen EU: die Gurke. Die Grünen verbinden das wiederum mit einem ihrer Lieblingsthemen, der Korruption: "Für krumme Gurken - gegen krumme Geschäfte. Wirtschaft geht auch ohne Gier." NEOS setzt auf alte Weisheiten und will "Über den Tellerrand schauen". Die Reformkonservativen (REKOS) unter Ewald Stadler treten mit einem Schild-Emblem mit der Aufschrift "Wehrt Euch" an die Wähler heran. Die Plakatierung ist bereits österreichweit angelaufen. Die Plattform "Europa Anders" mit ihrem Spitzenkandidaten und "Protestcamper" Martin Ehrenhauser plakatiert demonstrativ sparsam. Das BZÖ hat nach Ostern die Plakatkampagne gestartet. Auf den Bildern ist Spitzenkandidatin Angelika Werthmann gemeinsam mit BZÖ-Chef Gerald Grosz abgebildet, dazu der Slogan "Ans Werk! Mit voller Kraft für Österreich". Auf den orangen Dreiecksständern, von denen 3.000 Stück aufgestellt werden, heißt es etwa "Mehr direkte Demokratie statt Bevormundung und Vorschriften aus Brüssel" oder "Höhere Löhne, niedrigere Preise, weniger Steuern statt unser Geld für Pleitestaaten".
(KURIER / csm) Erstellt am
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