Politik | Ausland
22.05.2018

EU-Politiker fordern Ende von Flüchtlingszentren in Libyen

Nachdem viele nicht in ihre Heimat zurückgeschickt werden können, sollen europäische Länder mehr Flüchtlinge aufnehmen.

Angesichts der schlimmen humanitären Zustände in libyschen Flüchtlingslagern hat eine EU-Delegation ein Ende dieser Migrationszentren gefordert. „Unser Ziel ist es, diese Zentren zu schließen“, sagte die spanische Delegationsleiterin Inés Ayala-Sender am Dienstag. Zum ersten Mal seit 2012 war wieder eine offizielle Delegation des Europäischen Parlaments in das nordafrikanische Bürgerkriegsland gereist und hatte vor Ort Gespräche mit Hilfsorganisationen und Politikern geführt.

Einen Zeitrahmen für die Pläne nannte die EU-Politikerin nicht. Da viele der Migranten nicht in ihre Heimatländer zurückgeschickt werden könnten, müssten die europäischen Staaten deutlich mehr Flüchtlinge und Asylsuchende aufnehmen als bisher, sagte Ayala-Sender. Die Verteilung und Aufnahme von Flüchtlingen in Europa ist immer wieder ein Streitthema in der EU.
Internationale Hilfsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen und Amnesty International kritisieren die häufig unmenschlichen Zustände in den libyschen Flüchtlingslagern. Viele der Zentren werden zudem von bewaffneten Milizen betrieben. Zusammen mit der Internationalen Organisation für Migration (IOM) versucht die Europäische Union, vor allem Flüchtlinge aus den afrikanischen Ländern südlich der Sahara in ihre Heimatländer zurückzubringen. Von Januar 2017 bis März 2018 seien demnach mehr als 23 300 Menschen von Libyen aus umgesiedelt worden.