EU-Gesundheitsminister beraten über Ebola

Am Donnerstag sollen etwa Flughafen-Kontrollen besprochen werden.

Der Ebola-Ausbruch in Westafrika mit bisher sporadischen Fällen auch in anderen Staaten beschäftigt jetzt auch die EU auf politischer Ebene. Gesundheitskommissar Tonio Borg und die italienische Gesundheitsministerin Beatrice Lorenzin haben die EU-Gesundheitsminister für Donnerstag zu einem Treffen nach Brüssel eingeladen. "Das Thema sind Kontrollen auf Flughäfen bzw. im Flugverkehr", teilte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums in Wien mit. Österreichs Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser auch wird an dem Meeting teilnehmen.

Vorläufige Entwarnung gibt es indes in den USA: Hier hat sich ein weiterer Verdachtsfall offenbar nicht bestätigt. Dennoch bleibe der kürzlich aus dem westafrikanischen Liberia eingereiste Mann in Quarantäne. Er klagte über Kopf- und Muskelschmerzen. Kurz zuvor war bekannt geworden, dass sich in Texas eine Klinikmitarbeiterin offenbar bei der Behandlung eines Ebola-Patienten mit dem oft tödlichen Virus angesteckt hat. Ein zweiter Test habe die Infektion der Frau bestätigt, teilte die CDC mit.

US-Präsident Barack Obama hat eine rasche Aufklärung der Umstände gefordert. Die Gesundheitsbehörde CDC müsse transparent aufarbeiten, wie es trotz strenger Sicherheitsvorkehrungen dazu kommen konnte, mahnte Obama laut einer Mitteilung des Weißen Hauses vom Sonntag. Laut CDC steckte sich die Frau ungeachtet ihrer Schutzkleidung und weiterer Sicherheitsmaßnahmen an. Es ist das erste Mal, dass Ebola in den USA übertragen wurde. Ihr Gesundheitszustand sei stabil, hieß es vom Krankenhaus. CDC-Chef Tom Frieden zufolge enthält das Blut der Frau erst wenige Viren, daher sei die Hoffnung auf Genesung groß.

4000 Tote

Ebola grassiert als Seuche in Westafrika und wurde von einem Liberianer nach Texas eingeschleppt. Die erkrankte Frau betreute den Mann, der am Mittwoch elf Tage nach seiner Einweisung in die Klinik gestorben war. Damit nimmt die Sorge zu, dass sich Ebola auch außerhalb der bisher betroffenen Länder ausbreiten könnte. Ein zugelassenes Medikament oder einen Impfstoff gibt es nicht.

Bisher sind der Weltgesundheitsbehörde zufolge mehr als 4.000 Menschen an Ebola gestorben, hauptsächlich in Liberia, Sierra Leone und Guinea. Insgesamt sind 8.399 Fälle bekannt, wobei die Dunkelziffer weit höher liegen dürfte.

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