Erstmals wieder Angriff aus dem Gazastreifen
Vertreter Israels und der Palästinenser haben sich nach UN-Angaben vom Dienstag auf einen provisorischen Wiederaufbauplan für den Gazastreifen geeinigt. Unter Vermittlung der Vereinten Nationen wurde demnach vereinbart, die Einfuhr von Baumaterialien für zivile Zwecke in das abgeschottete Küstengebiet zu ermöglichen. Laut dem UN-Sondergesandten für den Friedensprozess im Nahen Osten, Robert Serry, sollen die Vereinten Nationen sicherstellen, dass die Lieferungen nicht der radikalislamischen Hamas zugutekommen. Serry forderte vor dem UN-Sicherheitsrat, das Abkommen nun auch "ohne Verzögerung" umzusetzen. Es sei "ein Hoffnungsschimmer für die Menschen im Gazastreifen" und "ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Ziel, alle Restriktionen aufzuheben".
Ein- und Ausfuhren sowie Passierscheine für die Bewohner des Gazastreifens sind seit acht Jahren massiven Beschränkungen unterworfen. Israels Regierung begründet die Einfuhrbeschränkungen mit der Gefahr, dass die ihr feindlich gesinnte Hamas Zugriff auf Lieferungen bekommen und diese zum Bau von Waffen und Bunkern nutzen könnte.
Erster Angriff seit Waffenruhe
Noch am Abend der Bekanntgabe gab es erstmals seit Inkrafttreten der Waffenruhe vor drei Wochen einen Angriff. Eine vom Gazastreifen abgefeuerte Mörsergranate sei in Südisrael eingeschlagen, teilte ein israelischer Armeevertreter mit. Die Hamas wies jede Beteiligung an dem Angriff zurück.
Israel hatte Anfang Juli eine groß angelegte Militäroffensive gestartet, um dauerhaft den Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen zu unterbinden. Bei dem Einsatz wurden zahlreiche Munitionslager, Abschussrampen und Stellungen der Hamas und der Organisation Islamischer Jihad zerstört, aber auch Hunderte unbeteiligte Zivilisten getötet. Insgesamt wurden in dem Konflikt mehr als 2.140 Palästinenser getötet, auf israelischer Seite starben 67 Soldaten und sechs Zivilisten. Nach wochenlangen Verhandlungen kam am 26. August unter ägyptischer Vermittlung schließlich ein unbegrenzter Waffenstillstand zustande.
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