Politik | Ausland
05.08.2018

Erste Bilder von der israelischen Seesperre gegen Gaza

Aufnahmen einer Drohne zeigen eine Art Wellenbrecher aus Stein und Stacheldraht, der weit ins Meer reicht.

Israels Verteidigungsministerium hat am Sonntag erste Bilder einer Seesperre zum Gazastreifen veröffentlicht. Die auf Twitter verbreiteten Aufnahmen zeigen eine Art Wellenbrecher, der weit ins Meer reicht. Die "Jerusalem Post" berichtete, die Sperre solle 50 Meter breit und sechs Meter hoch werden. Sie solle etwa 200 Meter weit ins Mittelmeer reichen.

Die Anlage aus Stein und Stacheldraht liegt teilweise unter der Wasseroberfläche und soll verhindern, dass militante Palästinenser aus dem Gazastreifen auf dem Seeweg nach Israel eindringen. Die Bauarbeiten hatten im Mai am Strand von Zikim am Rande des Gazastreifens begonnen. Sie sollen bis zum Jahresende abgeschlossen sein.

Verteidigungsminister Avigdor Lieberman schrieb auf Twitter, man setze "intensive Arbeiten" an der Sperre fort. Die im Gazastreifen herrschende Hamas verliere täglich mehr "ihre Fähigkeit, Israel zu treffen".

Während des Gaza-Kriegs 2014 war es militanten Palästinensern gelungen, auf dem Seeweg nach Israel zu gelangen. Dies soll die neue Anlage in Zukunft unmöglich machen.

Israel und Ägypten halten den Gazastreifen seit mehr als einem Jahrzehnt aus Sicherheitsgründen unter Blockade. Die Lebensbedingungen in dem schmalen Küstenstreifen mit rund zwei Millionen Einwohnern sind sehr schlecht. Israel hat auch eine Seeblockade verhängt.

Israelische Medien berichteten am Sonntag von Verhandlungen über eine langfristige Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas unter ägyptischer Vermittlung. Dafür gab es jedoch keine offizielle Bestätigung.