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Politik Ausland
08/26/2019

Erdoğan kündigt Einmarsch in Syrien an

Der türkische Präsident ist am Dienstag zu Konsultationen bei Kremlchef Putin in Moskau.

Die Türkei ist nach den Worten von Präsident Recep Tayyip Erdoğan zu einem baldigen Einsatz von Bodentruppen im Norden Syriens bereit. „Wir gehen davon aus, dass unsere Bodentruppen bald in die Region eindringen werden“, sagte Erdoğan laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu am Montag in der Provinz Mus. Zwar hätten diplomatische Mittel Priorität. Aber sein Land sei auch zum Handeln bereit, sollte es sich dazu gezwungen sehen, sagte der Präsident demnach weiter.

Die USA und die Türkei hatten sich Anfang August auf die Einrichtung einer sogenannten Sicherheitszone in Nordsyrien geeinigt. Bisher sind aber nur wenige Details bekannt. Die Türkei wünscht sich entlang der Grenze ein Gebiet unter ihrer alleinigen Kontrolle, aus dem sich kurdische Truppen zurückziehen sollen.

Die Gegend wird bisher von der Kurdenmiliz YPG kontrolliert, die von Ankara als Terrororganisation betrachtet wird. Für die USA ist sie dagegen ein wichtiger Partner im Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS). Die syrischen Kurden wiederum haben der Einrichtung einer solchen Pufferzone prinzipiell zugestimmt.

Nach Angaben Ankaras haben die Türkei und die USA bereits ein Koordinationszentrum für die Zone in Betrieb genommen und mit gemeinsamen Helikopterflügen über der Region begonnen. Er hoffe, künftig werde niemand mehr versuchen, die Türkei daran zu hindern, das türkisch-syrische Grenzgebiet von Terroristen zu befreien, sagte Erdoğan weiter.

Heikle Reise nach Russland

Am Dienstag wird er zu einem Treffen mit Kreml-Chef Wladimir Putin nach Moskau reisen. Russland ist Syriens Schutzmacht und steht in dem Konflikt an der Seite des Regimes von Präsident Bashar al-Assad. Moskau unterstützt die syrische Regierung mit Bodentruppen und seiner Luftwaffe. Die Türkei unterstützt in dem Bürgerkrieg die Rebellen.

Die Spannungen zwischen den Ländern steigen, seitdem in Nordsyrien Truppen des syrischen Machthabers Assad in das letzte große Rebellengebiet in der Provinz Idlib vorrücken. Die Türkei hat dort in Absprache mit den anderen Konfliktparteien zur Beobachtung eines Waffenstillstandes militärische Beobachtungsposten eingerichtet. Einer dieser Posten soll mittlerweile eingekesselt sein. Erdoğan sieht die Angriffe in Idlib als eine ernste Bedrohung für die nationale Sicherheit der Türkei.