Entführungsopfer entkommt Boko Haram

Laut Angaben ist es schwer traumatisiert und unfähig, über die Gefangenschaft zu sprechen.

Im April überfielen Kämpfer der islamistischen Sekte Boko Haram eine Schule im Norden Nigerias. Sie verschleppten 276 Mädchen aus deren Schlafsälen, nur wenigen gelang die Flucht. 219 blieben in der Gewalt der Boko Haram, deren Name "Westliche Bildung ist Sünde" bedeutet und die seit fünf Jahren in Nordnigeria für einen islamischen Staat kämpft, in Anlehnung an die Terrorgruppe IS "Kalifat" genannt.

Nun ist es einem der Mädchen gelungen, zu entkommen. Wie die britische Zeitung The Guardian berichtete, wurde die 20-Jährige vor wenigen Tagen am Rande eines kleinen Dorfes im Nordosten des Landes gefunden, durch das sie seit Tagen gestreift war. Wie die Schülerin dorthin kam, ist unklar. Die Behörden sagen, sie wurde von Boko-Haram-Kämpfern ausgesetzt. Einheimische sagen, ihr sei die Flucht gelungen.

Mitglieder der Organisation "Abuja Family", in der sich Angehörige der Entführungsopfer und zahlreiche Unterstützer organisiert haben, durften das Mädchen bereits besuchen. Laut ihren Angaben ist es schwer traumatisiert und unfähig, über die Gefangenschaft zu sprechen. Die Mädchen, denen kurz nach der Entführung die Flucht gelungen war, hatten von Verstümmelungen, Vergewaltigungen und Zwangskonversionen zum Islam berichtet.

#BringBackOurGirls

Die Entführung hatte im April weltweit Entsetzen ausgelöst. Millionen Menschen forderten im Internet die Freilassung der Schülerinnen. Auch Prominente wie US-First-Lady Michelle Obama beteiligten sich an der Kampagne #BringBackOurGirls. Bisher ohne Erfolg: Trotz Militäroffensiven Nigerias und seiner Nachbarländer Tschad, Kamerun und Niger sowie der USA und Großbritanniens konnten die Mädchen nicht aufgespürt werden. Seit Monaten verhandelt Nigerias Regierung mit Boko Haram über einen Gefangenenaustausch.

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