Politik | Ausland
13.03.2014

El Salvador: Ex-Guerillero macht das Rennen

Sanchez Ceren gewann die Präsidentenwahl, die von Manipulationsvorwürfen begleitet war.

Der frühere Guerillaführer Salvador Sanchez Ceren ist Sieger der Präsidentenwahl in El Salvador. Der Politiker der regierenden Linkspartei Befreiungsfront Farabundo Martí (FMLN) kam in der Stichwahl am vergangenen Sonntag auf 50,11 Prozent der Stimmen, wie das oberste Wahlgericht am Donnerstag mitteilte. Sein Herausforderer Norman Quijano kam demnach auf 49,89 Prozent. Allerdings will das Wahlgericht Sánchez Cerén erst in drei Tagen offiziell zum Wahlsieger proklamieren, um mögliche Einsprüche abzuwarten. Die erste Runde der Wahl hatte der derzeitige Vizepräsident Ceren Anfang Februar mit 49 Prozent der Stimmen klar gewonnen, Quijano landete mit 39 Prozent auf dem zweiten Platz.

Beide Kandidaten hatten im Wahlkampf versprochen, die in El Salvador grassierende Armut und Kriminalität zu bekämpfen. Quijanos Glaubwürdigkeit hatte gelitten, als bekannt wurde, dass sein politischer Berater, der ehemalige Arena-Staatschef Francisco Flores, während seiner Amtszeit von 1999 bis 2004 zehn Millionen Dollar von der taiwanischen Regierung erhalten haben soll. Der Verbleib des Geldes ist ungeklärt.

Vorwürfe

Quijano und Anhänger der rechtskonservativen Partei Arena haben gegen die aus ihrer Sicht manipulierte Wahl protestiert. Nahe San Salvador blockierten sie am Mittwoch mit Baumstämmen und brennenden Reifen die Fernstraße Panamericana, wie die Zeitung "La Prensa Grafica" berichtete. In der Hauptstadt zogen die Demonstranten zudem vor ein Hotel, in dem das Wahlamt eine Reihe strittiger Zwischenergebnisse neu auszählt.