Politik | Ausland
09.08.2018

Ein Jahr nach tödlichen Protesten: Charlottesville ruft Notstand aus

Neonazis sollen dieses Jahr in Washington D.C. marschieren. Trotzdem Ausschreitungen in Stadt in Virginia befürchtet.

Kurz vor dem Jahrestag der tödlichen Proteste im US-amerikanischen Charlottesville hat die Stadtverwaltung den Notstand ausgerufen. Er gelte ab diesem Freitag um 18 Uhr (Ortszeit) bis zum Montagmorgen, wie die Stadtverwaltung am Mittwoch nach einem Bericht von NBCNews mitteilte. Auch der Bundesstaat Virginia hatte zuvor den Notstand ausgerufen, wie es hieß.

32-Jährige starb bei Ausschreitungen

Bei der Demonstration von weißen Nationalisten und Neonazis in Charlottesville war es am 12. August 2017 zu Ausschreitungen gekommen, in deren Folge eine 32-jährige Frau starb. Präsident Donald Trump machte anschließend beide Seiten gleichermaßen für die Gewalt verantwortlich. Dafür Reaktion schlug ihm scharfe Kritik entgegen.

Nach der Entscheidung der Stadtverwaltung sind in einem eigens in der Innenstadt eingerichteten Bereich für Demonstranten scharfe Gegenstände, Schlagstöcke, Keulen, Feuerwerk, Rundhölzer, Schusswaffen, Luftgewehre und weitere Waffen verboten. Auch Gesichtsmasken seien nicht erlaubt.

Heerschar an Polizisten als "Abschreckung für jeden"

Durch Ausrufen des Notstands seien mehr finanzielle Mittel für Ersthelfer staatlicher Einrichtungen verfügbar, so NBCNews. Die große Anzahl an Polizisten auf der Straße seien "eine Abschreckung für jeden, der in die Gemeinde kommen wolle, um andere von der Ausübung der Redefreiheit abzuhalten", zitiert das Portal den örtlichen Polizeichef RaShall Brackney.

Marsch der Rechten im Park Lafayette geplant

Der offizielle Marsch "Unite the Right 2" (Vereint die Rechte 2) ist am Samstag und Sonntag im Park Lafayette in Washington D.C. geplant. Obwohl eine Anfrage der Organisatoren, den Aufmarsch wieder in Charlottesville zu organisieren, im Dezember abgelehnt wurde, bereite sich die Stadt auf das Schlimmste vor, hieß es.