Politik | Ausland
18.08.2018

Ehemaliger UNO-Generalsekretär Kofi Annan ist gestorben

Der ghanaische Diplomat und Friedensnobelpreisträger wurde 80 Jahre alt. Er galt als charismatische Stimme für Gerechtigkeit.

Der frühere UNO-Generalsekretär  Kofi Annan ist tot. Der Diplomat  ist nach kurzer Krankheit am Samstag im Alter von 80 Jahren gestorben, wie seine Stiftung in Genf mitteilte.

Zwei enge Mitarbeiter Annans sagten der Nachrichtenagentur Reuters, er sei am frühen Morgen in einem Krankenhaus in Bern gestorben. Annans Frau Nane und ihre drei Kinder seien in den letzten Tagen an seiner Seite gewesen. Er habe "während seines gesamten Lebens für eine gerechtere und friedlichere Welt" gekämpft, heißt es in der Mitteilung der Stiftung.

Als erster Politiker aus dem südlichen Teil  Afrikas führte der Ghanaer die Vereinten Nationen. Das Amt des Generalsekretärs hatte er von 1997 bis 2006 inne.

Kofi Annan galt als einer der bekanntesten und beliebtesten Generalsekretäre der  UNO. Insgesamt arbeitete er mehr als 40 Jahre im Dienst der Vereinten Nationen, unter anderem als Leiter der UNO-Friedensmissionen.

Friedensnobelpreis

1997 wurde Annan auf Vorschlag der USA, die sich einer Wiederwahl des Ägypters Boutros Boutros-Ghali widersetzten, UNO-Generalsekretär. Fünf Jahre später hatte er sich international einen solchen Ruf erworben, dass seine Wiederwahl unumstritten war. 2001 erhielt er zusammen mit den  Vereinten Nationen den Friedensnobelpreis.

Immer wieder bekam er aber auch die Ohnmacht der Weltorganisation zu spüren. Fast sechs Monate lang versuchte Annan im Jahr 2012 als UNO-Sondergesandter, eine Lösung für den Syrien-Konflikt zu finden und den Krieg zu einem Ende zu führen. Doch die Interessensgegensätze der syrischen und ausländischen Kriegsparteien waren zu groß. Nach nur wenigen Monaten gab er das Mandat zurück.

Würdigung

Der amtierende UNO-Generalsekretär Antonio Guterres hat den Annan in einer ersten Reaktion als eine "treibende Kraft des Guten" gewürdigt. In vielerlei Hinsicht habe sein Vorgänger die Vereinten Nationen verkörpert. Die UNO habe er mit "unvergleichbarer Würde und Entschlossenheit" angeführt.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat den am Samstag verstorbenen ehemaligen UNO-Generalsekretär Kofi Annan via Twitter gewürdigt und seiner Familie kondoliert. Annan habe sein Leben "der Lösung globaler Probleme" gewidmet. "Mit ihm ist ein bemerkenswerter Mensch, engagierter Diplomat und leidenschaftlicher Friedensstifter von uns gegangen", schrieb Van der Bellen.

Bundeskanzler Sebastian Kurz würdigte Annan als "wahrhaft inspirierenden Leader und Staatsmann". Annan werde "schmerzlich vermisst werden", so der Bundeskanzler auf Twitter.

Der russische Präsident Wladimir Putin erklärte, er habe "die Weisheit und den Mut" Kofi Annans ehrlich bewundert.

Kofi Annan 1938-2018

1/9

Mit Papst Johannes Paul II. im April 1997 im Vatikan.

Mit Jassir Arafat.

Mit dem ehemaligen französischen Präsidenten Jacques Chirac.

Annan trifft Familienmitglieder der Opfer eines Massakers in Liquiçá im indonesisch besetzten Osttimor im Jahr 2000.

Annan galt als einer der populärsten UNO-Generalsekretäre der Geschichte.

Mit Nachfolger Ban-Ki Moon im Juni 2012 in Genf.

Mit seiner Ehefrau im Jahr 2014 in London.

Mit Altbundespräsident Heinz Fischer.

Kofi Annan (1938-2008).