Düstere Aussichten für US-Wirtschaft
Experten im US-Kongress fürchten eine Rezession, falls Ende 2012 Steuererleichterungen auslaufen sowie drastische Sparmaßnahmen beginnen sollten. Die Wirtschaft könnte dann im nächsten Haushaltsjahr um 0,5 Prozent schrumpfen, sagte der Chef des Budget Office im Kongress, Doug Elmendorf, zu dieser sogenannten Budgetklippe ("fiscal cliff").
Falls der Kongress nicht bis Ende September die Budgetklippe entschärfen sollte, drohe die Arbeitslosigkeit (derzeit rund acht Prozent) in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres auf neun Prozent ansteigen, heißt es in dem Bericht des unabhängigen Budget Office. Auch die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, hatte unlängst vor den Folgen des "fiscal cliff" gewarnt.
Wegen des Wahlkampf in den USA gilt es aber als unwahrscheinlich, dass sich Präsident Barack Obama und die oppositionellen Republikaner doch noch einigen.
Schuldenobergrenze
Im Sommer 2011 entgingen die USA nur um Haaresbreite einer Zahlungsunfähigkeit, indem sich Demokraten und Republikaner in letzter Sekunde auf eine Erhöhung des Schuldenlimits auf knapp 16,4 Billionen Dollar (13,4 Billionen Euro) geeinigt hatten. Diese Obergrenze dürfte pünktlich zur Präsidentenwahl erreicht werden. Im Gegenzug wurden Etatkürzungen in Höhe von 1,2 Billionen Dollar über die nächsten zehn Jahre beschlossen. Da man sich über Details nicht einig werden konnte, gilt für das ganze Budget das Rasenmäherprinzip.
Zudem laufen Ende 2012 Steuererleichterungen aus, die der Präsident zu seinem Werkzeugkasten zur Bekämpfung der Konjunkturkrise zählt. Obamas republikanischer Vorgänger George W. Bush hatte die Steuererleichtungen für Familien mit einem Einkommen unter 250.000 Dollar (201.988 Euro) eingeführt.
Ende 2008 überließ der frühere Präsident George W. Bush seinem Nachfolger Barack Obama einen Schuldenstand von 10,6 Billionen Dollar - nachdem er 2001 mit rund 5,6 Billionen Dollar gestartet war.
Fed: Geldspritze kommt wohl "ziemlich bald"
Die US-Notenbank Federal Reserve wird der lahmen US-Wirtschaft voraussichtlich schon "ziemlich bald" mit einer weiteren Geldspritze auf die Sprünge helfen. Wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Protokoll der vergangenen Sitzung des für die Geldpolitik verantwortlichen Ausschusses hervorging, halten die meisten Notenbanker einen solchen Schritt für nötig, falls sich die Wirtschaftslage nicht abrupt verbessert.
"Viele Mitglieder waren der Ansicht, dass eine zusätzliche monetäre Lockerung wahrscheinlich ziemlich bald angebracht sein wird, falls nicht neue Informationen auf eine substanzielle und nachhaltige Beschleunigung der wirtschaftlichen Erholung hinweisen", heißt es in dem Protokoll von der Sitzung vom 31. Juli bis zum 1. August.
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