Die Österreicher sind am zufriedensten
Vor allem den Wienern sagt man ja nach, gerne zu raunzen. Das dürfte sich nach der jüngsten Eurobarometer-Umfrage aber als Klischee herausstellen. Denn die Österreicher sind demnach mit ihrer persönlichen Situation im Vergleich aller 28 EU-Staaten am zufriedensten. Laut der Umfrage im Auftrag der EU-Kommission vom Herbst 2014 bezeichneten 80 Prozent der Österreicher ihre Lage als "sehr gut". Der EU-Durchschnitt lag bei 56 Prozent. Schlusslicht ist das schuldengeplagte Griechenland mit nur 25 Prozent.
Großen Wert legen die Österreicher auf den Begriff Sozialstaat. Hier verbinden 86 Prozent der Befragten eine positive Bedeutung, das ist Rang drei in der EU hinter Finnland (91 Prozent) und Schweden (90 Prozent). Der EU-Durchschnitt liegt hier bei 63 Prozent, Schlusslicht ist Frankreich mit nur 31 Prozent.
Ebenfalls Platz drei mit 92 Prozent belegen die Österreicher bei der Zustimmung zu Klein- und Mittelunternehmen. Hier liegt Schweden mit 96 Prozent voran, gefolgt von Finnland (95 Prozent). Der EU-Durchschnitt beträgt 70 Prozent, am unteren Ende rangiert Italien, wo nur 37 Prozent der Bevölkerung den KMU eine positive Einstellung entgegenbringen.
Einer Erweiterung der EU stehen die Österreich absolut skeptisch gegenüber. Nur 26 Prozent der Österreicher sind dafür, das ist der zweitniedrigste Wert nach Deutschland (24 Prozent). Der EU-Durchschnitt der Erweiterungsbefürworter beträgt 39 Prozent, am stärksten sind Rumänen mit 72 Prozent dafür.
Überhaupt nicht gefällt den Österreichern das Recht für EU-Bürger, in dem jedem Mitgliedsland der Europäischen Union arbeiten zu können. Mit nur 65 Prozent ist dies die drittgeringste Zustimmung. Nur bei Briten (55 Prozent) und Belgiern (61 Prozent) liegt diese Rat noch niedriger. Der EU-Durchschnitt beträgt 74 Prozent, hier liegen die Spanier mit 88 Prozent Befürwortern voran.
Im Energiebereich sind die Österreicher Vorreiter bei Effizienz und Erneuerbaren Energien. Allerdings lehnen sie eine gemeinsame EU-Energiepolitik ab. Mit 27 Prozent ist der Ablehnungsgrad der zweithöchste hinter Tschechien (29 Prozent). Der EU-Durchschnitt macht 17 Prozent bei den Gegnern einer gemeinsamen EU-Energiepolitik aus, am geringsten liegt die Quote in Malta mit acht Prozent. Zu bescheiden ist den Österreichern das EU-Ziel der Erhöhung der Energieeffizienz bis 2020 um 20 Prozent. Mit 29 Prozent liegt Österreich auf Platz eins. Der EU-Durchschnitt ist 13 Prozent, wiederum liegt Malta mit 5 Prozent am letzten Platz. Auch bei der Steigerung des Anteils der Erneuerbaren Energie in der EU um 20 Prozent bis 2020 halten 31 Prozent der Österreicher dieses Ziel für "zu bescheiden". Nur Schweden liegt mit 35 Prozent noch höher. Der EU-Durchschnitt lautet 15 Prozent, und neuerlich liegt Malta mit nur 4 Prozent am Ende.
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