Die Gesichter der Mafia

Von Al Capone bis Toto Riina - die "Hauptdarsteller" in der Geschichte der Mafia.

Er war der wohl berühmteste Mafioso aller Zeiten. Er kam am 17. Jänner 1899 in New York Alphonse Gabriel Capone zur Welt. Als Al Capone machte der kleine, rundliche Mann in den 1920er und 1930er Jahren die Unterwelt von Chicago, das Chicago Outfit, unsicher. Al Capone "verdiente" sein Geld während der Prohibitionszeit mit illegalem Glücksspiel, illegalem Alkohol-Transport & -Verkauf, sowie mit Prostitution. Zudem ist sein Name untrennbar mit dem Begriff der Geldwäsche verbunden. Er investierte als erster "schmutziges Geld" weiter, in einen Waschsalon und gilt damit als Vorbild für viele Steuerhinterzieher der letzten 90 Jahre. Das heute von ihm gezeichnete Bild verdankt  Al Capone aber vor allem seiner Persönlichkeit, seinem Auftreten. Der geborene Selbstdarsteller war geschickt im Umgang mit Medien und wurde im Branchenverzeichnis als Antiquitätenhändler geführt. Sein Visitenkarte wies ihn als "Händler für gebraucht Möbel" aus. Als Salvatore Lucania  östlich von Corleone geboren emigrierte er 1906 in die USA. Dort sollte er als Charles "Lucky" Luciano in die Geschichte eingehen. Das Time Magazine wählte Luciano unter die 100 einflussreichsten Personen des 20. Jahrhunderts. Der legendäre Mobster war Boss der später als Genovese bekannten Familie und "verdiente" sein Geld mit Alkohol, Glücksspiel, Prostitution, Erpressung und Menschenhandel. Ab 1936 saß er zehn Jahre in einem US-Gefängnis, ehe er nach Italien zurückkehrte. 1962 starb er am Flughafen von Neapel, als er seinen Biographen abholen wollte. Joseph Michael "Joe" Valachi war der wohl größte aller Pentiti (italienisch für "der Geständige", im Mafia-Sprachgebrauch ein Verräter). Der US-amerikanische Gangster war das erste hochrangige Mitglied, welches die Existenz der "La Cosa Nostra" in den USA öffentlich bestätigte. Er wurde vom damaligen Justizminister Bobby Kennedy öffentlich, vor laufenden Fernsehkameras und dem Kongress zur Mafia befragt und lieferte, eine Vielzahl an bis dahin ungeahnten Erkenntnisse. Trotz des von den Bossen ausgerufenen 100.000-Dollar-Kopfgeldes konnte Valachi nicht umgebracht werden. Er starb 1971 im Gefängnis an Krebs. Der Boss aus dem Stall. Als man Bernardo Provenzano, wegen seiner direkt, oft plumpen Art "der Traktor" genannt, festnahm, versteckte sich der "Boss der Bosse" der sizilianischen Cosa Nostra in einem alten Stall unweit seines Heimatortes. Provenzano war ... ... Totó Riina nachgefolgt, nachdem man diesen in der französischen Hafenstadt Marseille nach Jahren der Flucht (und mehreren plastischen Gesichtsoperationen) verhaftet hatte. Riina steht im dringenden Verdacht die Ermordung der Anti-Mafia-Staatsanwälte Giovanni Falcone und Paolo Borsellino in Auftrag gegeben zu haben. Giovanni Brusca, der Killer. Ihm zur Last gelegt werden unter anderem die Morde an den beiden Anti-Mafia-Staatsanwälten Giovanni Falcone und Paolo Borsellino. Als einer der führenden Pentiti gab der seit 1996 inhaftierte Brusca an "weit mehr als 100, aber weniger 200 Personen" ermordet zu haben. Das wohl berühmteste der Mafia ist dagegen der Anti-Mafia-Staatsanwalt Giovanni Falcone. Er wurde auf dem Weg vom palermitanischen Flughafen (der inzwischen seinen Namen trägt) in die Stadt von einer Bombe getötet. Die Explosion war von derart großer Sprengkraft, dass ein ganzes Autobahnteilstück in Schutt und Asche gelegt wurde. Falcones wichtiger Verbündeter, Richter und Mafia-Jäger Paolo Borsellino hatte wie Falcone bereits hunderte Mafiosi hinter Gitter gebracht, als auch er durch eine Bombe - in seinem Fall in einem Fiat 127 - vor dem Haus seiner Mutter getötet wurde. Borsellino starb weniger als zwei Monate nach Falcone.

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(KURIER.at) Erstellt am
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