Politik | Ausland
26.10.2018

Di Maio: "Kurz soll an Österreich, nicht an Italien denken"

Italienischer Vizepremier weist Kurz-Einmischung zurück und attackiert auch Draghi: "Er vergiftet das Klima".

Der italienische Vizepremier und Chef der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung, Luigi Di Maio, reagiert scharf auf Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), der in einem Interview mit der Mailänder Wirtschaftszeitung "Sole 24 Ore" (Freitagsausgabe) Italien davor gewarnt hatte, zu einem zweiten Griechenland zu werden. "Kurz soll an Österreich und nicht an das denken, was wir tun", so Di Maio.

Die italienische Regierung sei bemüht, der EU-Kommission die Vorteile ihres Haushaltsplans zu erklären. "Frankreich muss auch begründen, warum es die Defizitziele nicht einhält", kommentierte der 32-jährige Di Maio in einem Interview mit Italiens öffentlich-rechtlicher TV-Anstalt RAI. Er bekräftigte, dass Italien keine Absicht hege, aus der EU, oder aus dem Euro-Raum auszusteigen.

Laut Di Maio befürchtet die italienische Regierung nicht die am Freitagabend erwartete Herabstufung von Italiens Kreditwürdigkeit durch die US-Ratingsagentur Standard & Poor's. Italiens Wirtschaftslage sei solide. Di Maio kritisierte EZB-Präsident Mario Draghi. Mit seinen Aussagen trage er zu einer weiteren Vergiftung des Klimas bei. "Wir wollen einen Haushaltsplan umsetzen, der auf der Seite der Schwächeren steht", so Di Maio. Draghi hatte betont, Italien müsse die Haushaltsregeln einhalten.

Die oppositionelle Forza Italia um Ex-Premier Silvio Berlusconi erklärte, dass Italien auf internationaler Ebene isoliert sei. "Auch Kurz hat das Haushaltsgesetz scharf kritisiert. Das sind die vermeintlichen Freunde von (Lega-Chef und Innenminister Matteo) Salvini, die Italiens Interessen verteidigen sollten", kritisierte der Senator der Forza Italia, Andrea Cangini.