Politik | Ausland
24.07.2018

Deutschland: Zahl der "Reichsbürger" wächst schnell

Männlich, älter als 40, extremistisch: Immer mehr Deutsche erkennen die Bundesrepublik nicht an.

Sogenannte "Reichsbürger" und "Selbstverwalter" haben in Deutschland starken Zulauf. Inzwischen werden rund 16.500 Personen dieser Szene zugerechnet, das sind 3700 mehr als noch im Jahr 2016. Dies berichtet die Bild-Zeitung unter Berufung auf den Verfassungsschutzbericht 2017, der heute Dienstag vorgestellt wird. Viele "Reichsbürger" sind laut Verfassungsschützern zu "schwersten Gewalttaten" bereit.

900 Mitglieder der Szene seien Rechtsextremisten (2016 waren es noch 800). Dreiviertel der "Reichsbürger" und "Selbstverwalter" sind laut Verfassungsschutz männlich und älter als 40 Jahre. Beide Gruppen erkennen die Bundesrepublik Deutschland nicht als Staat an, lehnen deren Rechtssystem ab und weigern sich oftmals, Steuern oder Bußgelder zu zahlen. Die Mitglieder würden daher vom Verfassungsschutz aktuell als "staatsfeindlich und extremistisch" eingestuft, schrieb die Zeitung weiter.

"Hohe Affinität zu Waffen"

Die Szene sei laut Verfassungsschutz von einer hohen Militanz geprägt und beweise dabei neben ihrer "verbalen Aggressivität" auch eine "hohe Affinität zu Waffen." Sowohl die "Reichsbürger" als auch die "Selbstverwalter" seien nach Einschätzung der Sicherheitsbehörde "bereit, ihre Waffen für schwerste Gewalttaten einzusetzen."