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Zeitungsbericht
08/23/2014

Deutschland hört Türkei schon seit 1976 ab

Der Geheimdienst lauscht schon seit Helmut Schmidt am Bosporus - auch Albanien wird abgehört.

Der deutsche Bundesnachrichtendienst (BND) soll die Türkei nach einem Medienbericht bereits seit 1976 ausspionieren. Bisher war lediglich bekannt gewesen, dass das NATO-Mitgliedsland seit der rot-grünen Regierung von SPD-Kanzler Gerhard Schröder offizielles Spionageziel war. Das Nachrichtenmagazin Focus berichtet nun ohne nähere Angabe von Quellen, dass die Maßnahme bereits mit ausdrücklicher Genehmigung der Bundesregierung von Helmut Schmidt (SPD) beschlossen worden sei.

Die Türkei hatte empört auf das Bekanntwerden der deutschen Spionageaktivitäten reagiert. Nach dpa-Informationen ist das Land im geheimen "Auftragsprofil der Bundesregierung" für den Nachrichtendienst in die wichtigste von drei Beobachtungsstufen eingeordnet - so wie jene Staaten, in denen deutsche Soldaten stationiert sind. Das alle vier Jahre neu justierte Auftragsprofil wird derzeit aktualisiert. Beteiligt sind unter Federführung des Kanzleramts das Außenamt, die Ministerien für Inneres, Verteidigung und Wirtschaft sowie der BND.

Der Innenexperte der Unionsfraktion, Hans-Peter Uhl, sagte Focus, es gebe "gute Gründe" für Lauschoperationen gegen die Türkei. Uhl nannte Menschenhandel, Drogen-Geschäfte und Terrorismus.

Albanien auch auf der Liste

Wie der Spiegel berichtet, hat der BND neben der Türkei auch Albanien im Visier. Im "Auftragsprofil der Bundesregierung" für den BND sei Albanien als sogenanntes "Kernland" aufgeführt. Dies bedeute, dass der deutsche Geheimdienst das Land "operativ aufklärt". Der Balkanstaat sei bereits vor dem Beitritt zur NATO auf die Zielliste des deutschen Nachrichtendienstes genommen worden, berichtete das Magazin weiter. Der BND interessiere sich dort vor allem für organisierte Kriminalität.

Der Spiegel beruft sich auf Unterlagen, die der Anfang Juli festgenommene BND-Mitarbeiter und mutmaßliche US-Spion Markus R. an den US-Geheimdienst CIA weitergeleitet hatte. Der Mann hat gestanden, der CIA mehr als 200 Dokumente übermittelt zu haben.

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