Deutsche Bundeswehr soll fünf neue Korvetten erhalten

Große Koalition einigt sich auf neues Rüstungsgeschäft.
Eine graue Fregatte fährt auf dem Wasser, im Vordergrund ein Soldat mit Matrosenmütze.

Die Korvetten-Flotte der Marine soll einem Zeitungsbericht zufolge mit der Anschaffung von fünf neuen Schiffen verdoppelt werden. Die Koalition habe sich überraschend auf diesen Rüstungsdeal mit einem Volumen von 1,5 Milliarden Euro geeinigt, berichtete die Süddeutsche Zeitung in ihrer Wochenendausgabe unter Berufung auf zwei Bundestagsabgeordnete.

"Die Deutsche Marine ist mit ihren Einheiten und Besatzungen nach Jahren des Abbaus in den laufenden Einsätzen wie beispielsweise am Horn von Afrika oder im Libanon gebunden", schrieben die Abgeordneten. Angesichts der "neuen sicherheitspolitischen Herausforderungen im Ostseeraum, im Mittelmeer und in globaler Hinsicht" wolle die Koalition daher fünf neue Korvetten anschaffen.

Marine seit Jahren am Rande ihrer Kapazitäten

Eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums sagte der Nachrichtenagentur AFP, das Ministerium kenne die Initiative im Bundestag und unterstütze sie, weil es den Bedarf der Marine kenne. Bisher hat die Bundeswehr ein Geschwader mit fünf Korvetten der Braunschweig-Klasse. Die ersten beiden neuen Schiffe sollen laut dem SZ-Bericht bereits 2019 in Dienst gestellt werden, die anderen drei sollen bis 2023 einsatzbereit seien.

Die Marine operiert seit Jahren am Rande ihrer Kapazitäten, da die Zahl der Schiffe gesunken, die Zahl der Einsätze aber gestiegen ist. Im November sollen zudem die letzten Schnellboote außer Dienst gestellt werden, die über Jahrzehnte den Ostseeraum gesichert hatten. Durch die Verschlechterung des Verhältnisses zu Russland infolge des Ukraine-Konflikts hat dieses Seegebiet wieder an Bedeutung gewonnen.

Die neuen Korvetten sollen offenbar die Lücke schließen, die durch die Ausmusterung der Schnellboote entsteht. Korvetten sind kleiner und wendiger als Fregatten und gut für den Einsatz in Küstengewässern und Meeren wie der Ostsee geeignet. Laut der Süddeutschen Zeitung wird ein Teil der für das Rüstungsvorhaben benötigten Mittel frei, weil sich die Anschaffung des sogenannten Mehrzweckkampfschiffs 180 verzögert.

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