Kim Jong-Il beklagte Nordkoreas Propaganda

Neue geheime Tonbänder wurden enthüllt. Der Film-besessene Diktator äußerte seinen Unmut über die nationale Filmindustrie.

Ein neuer Dokumentarfilm enthüllt geheime Tonbänder des späteren nordkoreanischen Führers Kim Jong-Il aus den Achtzigerjahren. Offen beklagt er die Propaganda und Filmproduktion des Landes. "Warum haben alle unsere Filme die gleichen ideologischen Plots? Es gibt nichts Neues über sie", sagt Kim Jong-Il. "Unsere Filme werden nie bei Filmfestivals gespielt. In Südkorea haben sie eine bessere Technik. Sie sind wie Studenten; wir sind wie Kindergartenkinder. Die Leute hier sind so engstirnig."

Der Film "The Lovers and the Despot", in dem Kims Stimme zu hören ist, erzählt die Geschichte von der südkoreanischen Schauspielerin Choi Eun-hee und des Regisseurs Shin Sang-ok, die 1978 von nordkoreanischen Agenten entführt und acht Jahre lang in Nordkorea gezwungen wurden, Filme zu machen. Insgesamt drehten sie 17 Filme in der Gefangenschaft, von tränenreichen Melodramen bis zu Thrillern.

"Sieh mich an. Bin ich nicht klein?"

Mit einem versteckten Mikro-Kassettenrekorder sollen Choi und Shin einige ihrer Treffen mit dem als Film-besessenen bekannten Kim Jong-Il aufgenommen haben. Dabei ist auch zu hören, dass sich der spätere Diktator (ab 1994), der vor fünf Jahren gestorben ist, beim südkoreanischen Paar für die Entführungsmethode entschuldigte und ihnen viel Geld und Ressourcen für ihre Tätigkeiten in der nordkoreanischen Filmindustrie versprach. Außerdem machte er sich über seine Statur lustig: "Sieh mich an. Bin ich nicht klein?"

Während einer Reise nach Europa Mitte der Achtzigerjahre ist das südkoreanische Paar geflüchtet und hat dabei die Tonaufnahmen aus dem Land geschmuggelt, schreibt die Herald Sun. 1985 übergaben sie diese dann der US-Regierung, wo sie vom Nordkorea-Experten David Straub, analysiert wurden.

Zu CNN sagte Straub, dass die Bänder ein Wink des Schicksals gewesen waren, da man den ehemaligen Führer noch nie so privat sprechen gehört habe.

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