Politik | Ausland
12.06.2018

Dennis Rodman verteidigt Kim Jong-un unter Tränen

Ex-Basketballer und Kim-Freund klagt bei CNN: "Ich habe Morddrohungen bekommen." Er habe sich wochenlang verstecken müssen.

Ex-US-Basketballstar Dennis Rodman hat unter Tränen seine Freundschaft zum nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un und dessen Gipfel mit US-Präsident Donald Trump verteidigt: "Wir müssen die Türen öffnen und neu anfangen und diese Welt zu einem besseren Ort machen. Baby, das ist es", sagte Rodman in einem Live-Interview mit dem Sender CNN am Dienstag, das zeitgleich mit dem Gipfel geführt wurde.

Auch Rodman hielt sich zu diesem Anlass in Singapur auf. "Ich habe Morddrohungen bekommen", sagte der frühere Spitzensportler und brach in Tränen aus. "Ich konnte nicht mal nach Hause gehen... Ich musste mich 30 Tage lang verstecken", beschrieb er die Feindseligkeit, die er wegen seiner Freundschaft zu Kim erlebt habe.

Für das Interview trug Rodman eine Kappe mit Trumps Wahlkampfslogan "Make America Great Again" (Macht Amerika wieder großartig) sowie ein T-Shirt seines Sponsors, eines Kryptowährungsunternehmens.

Der ehemalige NBA-Champion ist mindestens fünf Mal nach Nordkorea gereist. Er bezeichnet Kim als "Freund fürs Leben". Im vergangenen Jahr hatte er Kim ein Exemplar von Trumps Bestseller "The Art of the Deal" von 1987 mitgebracht. Rodman reiste nun eigens zum Gipfel nach Singapur - ob er dort erneut mit Kim zusammentreffen würde, war aber unklar.

Gipfel Trump-Kim

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Kein Mucks mehr vom "Raketenmann, der auf einem selbstmörderischen Weg ist", kein Wort mehr vom "geisteskranken, dementen US-Greis." Im Gegenteil. Der Gipfel in Singapur hätte freundlicher kaum verlaufen können. 

Donald Trump und Kim waren voll des Lobes füreinander. "Kim ist ein sehr talentierter Mann", erklärte Trump. "Wir haben eine sehr besondere Verbindung aufgebaut." 

Er sei sehr stolz darauf, was am Dienstag geschehen sei, sagte Trump bei der Unterzeichnungszeremonie mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un in Singapur nach dem vierstündigen Gipfel.

Trump lud Kim auch ins Weiße Haus nach Washington ein. Er werde Kim viele Male treffen, sagte der US-Präsident.

Kim Jong-un meinte, es wäre nicht einfach gewesen nach Singapur zu kommen. "Alte Praktiken und Vorurteile haben gegen uns gearbeitet. Aber wir haben sie alle überwunden. Und jetzt sind wir hier."

Die beiden können auch Konkretes vorweisen: Nordkorea verpflichtete sich zu einer "vollständigen Denuklearisierung". Die gesamte Koreanische Halbinsel solle komplett atomar abgerüstet werden.

Trump sagte Nordkorea zudem Sicherheitsgarantien zu.

Im Rahmen des Gipfels kam es zu mehreren Gesprächsrunden. 

Zunächst sprachen Trump und Kim nur in kleiner Runde, unter vier Augen, begleitet lediglich von ihren Dolmetschern. Erst im Anschluss in größerer Runde. 

"Die Welt wird einen großen Wandel erleben", meinte Kim im Anschluss. "Wir haben beschlossen, die Vergangenheit hinter uns zu lassen."

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