Das Gesundheitsministerium in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa erklärte Mitte Mai den Notstand und rief Hilfsorganisationen auf, dem Land bei der Eindämmung der Epidemie zu helfen.
Die Epidemie war im Jemen mangels sauberen Trinkwassers im Oktober 2016 ausgebrochen. Der Streik der Müllabfuhr beschleunigte die Ausbreitung des Virus.
Die Vereinten Nationen hatten in ihren nachhaltigen Entwicklungszielen 2015 unter anderem vereinbart, dass bis 2030 weltweit allen Menschen der Zugang zu sicherem und bezahlbarem Wasser gewährleistet sein soll.
Cholerabakterien werden über mit Fäkalien verseuchtes Trinkwasser übertragen. Laut UN haben zwei Drittel Bevölkerung keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.
Durch die rechtzeitige Einrichtung von Cholera-Behandlungszentren könne die Todesrate von bis zu 30 Prozent "fast auf Null" gesenkt werden, sagen Experten.
Weltweit die meisten Todesopfer durch Cholera gibt es in Afrika. Gegen die Krankheit gibt es zwar einen Impfstoff, er hat aber keine lebenslange Wirkung.
Nach mehr als zwei Jahren Krieg sind staatliche Strukturen fast vollständig zusammengebrochen. Nur noch wenige medizinische Einrichtungen funktionieren.
Die Vereinten Nationen beziffern die von ihnen benötigten Hilfsgelder auf 5,6 Milliarden Dollar (5,18 Mrd. Euro), um alleine die Hungerkatastrophe zu stoppen.
Es gebe auf der Welt für Kinder derzeit vermutlich keinen schlimmeren Ort als den Jemen, um aufzuwachsen, sagt Geert Cappelaere, beim Kinderhilfswerk UNICEF zuständig für das Land.
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