Annegret Kramp-Karrenbauer.

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Politik | Ausland
06/11/2019

CDU-Fraktionschef: AKK wird Kanzlerkandidatin

Bekannte CDU-Vertreter sehen die Frage, ob Kramp-Karrenbauer den Wahlkampf anführen soll, aber noch nicht entschieden.

Unions-Fraktionschef Ralph Brinkhaus ist davon überzeugt, dass CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer die nächste Kanzlerkandidatin der Union wird. Auf die Frage, ob Kramp-Karrenbauer rasch ins Kabinett der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wechseln solle, sagte er außerdem, die Vorsitzende habe viel zu tun mit der Neuaufstellung der CDU. Brinkhaus ergänzte: "Und sie wird auch unsere nächste Kanzlerkandidatin sein. Insofern ist das ihre Entscheidung, was der beste Weg dafür ist."

In Deutschland war nach dem Desaster der CDU bei der EU-Wahl und wegen des Umgangs der Union mit dem Anti-CDU-Video des Youtubers Rezo die Eignung Kramp-Karrenbauers für das Kanzleramt infrage gestellt worden - teils auch in der CDU.

Laschet: Noch Zeit

Aus Sicht des stellvertretenden CDU-Vorsitzenden Armin Laschet ist noch nicht über die nächste Kanzlerkandidatur entschieden. "Annegret Kramp-Karrenbauer hat vorgeschlagen, die Kanzlerkandidatur auf dem CDU-Parteitag Ende 2020 zu entscheiden. Ende 2020 ist nicht heute und nicht jetzt", sagte Laschet.

Urwahl

Die "Werte-Union", der konservative Flügel innerhalb von CDU und bayerischer CSU, sprach sich dafür aus, die Parteimitglieder über den nächsten Kanzlerkandidaten abstimmen zu lassen. "Die Werte-Union fordert angesichts der verheerenden Umfragewerte eine Urwahl des Kanzlerkandidaten durch die Mitglieder und startet kurzfristig eine Initiative zu deren Umsetzung", sagte der Bundesvorsitzende Alexander Mitsch. Die große Koalition sei jedenfalls gescheitert, "sowohl inhaltlich als auch in den Augen der Bürger".

Auch Friedrich Merz, im Dezember 2018 an Kramp-Karrenbauer im Kampf um den Parteivorsitz gescheitert, kommentierte die Diskussion. "Das ist eine völlig irre Diskussion. Punkt", sagte er bei einer Buchpräsentation in Köln.

Trend zu Grün

Brinkhaus sagte auf die Frage, ob es die große Koalition angesichts der ungeklärten Führungsfrage bei der SPD und des anhaltenden Streits in Sachfragen zu Weihnachten noch geben werde: "Das ist der Plan, dass es die GroKo Weihnachten noch gibt."

Mit Blick auf die guten Umfragewerte der Grünen, die teils vor der Union liegen, sagte der Fraktionschef: "Ich habe jetzt nicht die Sorge, dass da irgendjemand an uns vorbeizieht."