Ex-Premier Borisov wieder auf Siegeskurs
Nikolinka und Peter haben einen guten Sommer hinter sich. "Heuer haben wir viele Touristen gehabt, die Zimmer waren voll belegt", erzählen beide dem KURIER. Vor sieben Jahren haben sie die ersten Bungalows im Dorf Krapez an der nördlichen bulgarischen Schwarzmeerküste gebaut. Heute vermieten sie neun Zimmer.
Während der kurzen, zweimonatigen Sommersaison in Bulgarien arbeiten Nikolinka und Peter unermüdlich und legen etwas Geld zur Seite, um die Anlage zu erneuern. Die letzte Verbesserung: Solarbatterien für das Wasser. "Das hat unsere Stromrechnung buchstäblich halbiert", sagt Nikolinka. Den beiden kommt das sehr gelegen, denn am 1. Oktober hat man die Strompreise landesweit um 10 Prozent erhöht.
Am Sonntag sollen die Bulgaren vorzeitig ein neues Parlament wählen – zum zweiten Mal seit 2013. Nach monatelangen Protesten musste die Koalitionsregierung von Sozialisten und der türkischen Minderheitspartei DPS im Sommer zurücktreten. Grund für die Empörung war anfangs die fragwürdige Ernennung des DPS-Abgeordneten Deljan Peevski zum Chef der Staatssicherheitsbehörde. Später war sein Name auch mit dem bulgarischen Oligarchen-Krieg verbunden, der im Juli einen Bank-Run auf die viertgrößte bulgarische Bank, die Corporate Commercial Bank, ausgelöst hat. Dazu kamen noch fragwürdige Verträge der Regierung über den bulgarischen Teil der South-Stream-Pipeline mit der russischen Firma Stroytransgas, als diese schon unter US-Embargo stand. Damit hat sich Sofia gar Strafdrohungen aus Brüssel aufgehalst.
In den Wahl-Umfragen sind die Sozialisten abgestürzt. Sie liegen mit 19 Prozent weit hinter ihrem politischen Gegner, der rechtspopulistischen Partei GERB des früheren Premiers, des bulligen Ex-Polizisten und Karatemeisters Boiko Borisov. GERB soll am Sonntag 34 % der Stimmen bekommen, Der neue, alte Sieger am Sonntag dürfte also wieder Borisov heißen.
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