UN-Gesandter: Mögliche Waffenruhe um Aleppo
Syrien ist nach den Worten des UN-Sondergesandten Staffan de Mistura bereit, die Luftangriffe auf Aleppo und den Artilleriebeschuss der Stadt auszusetzen. Dadurch solle eine lokale Waffenruhe für die zweitgrößte Stadt des Landes ermöglicht werden, sagte de Mistura am Dienstag in New York nach einem Treffen des UN-Sicherheitsrates.
Der Beginn der für sechs Wochen geplanten Feuerpause werde in Damaskus bekanntgegeben. Er beabsichtige, so rasch wie möglich nach Syrien zu reisen, sagte der UN-Gesandte weiter. Auch die Rebellengruppen würden aufgefordert, ihre Angriffe mit Granaten und Raketen einzustellen.
Aktivisten: 100 Tote bei Offensive auf Aleppo
Noch am Dienstag berichteten allerdings die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, dass bei einer Offensive der syrischen Regierungstruppen auf die von Rebellen kontrollierten Viertel der Stadt Aleppo etwa hundert Menschen bei den Kämpfen getötet worden seien. Ein Vertreter des syrischen Militärs bestätigte "intensive Gefechte" rund um die ehemalige Wirtschaftsmetropole. Unter den Opfern waren nach Angaben der Beobachtungsstelle Kämpfer beider Seiten sowie Zivilisten.
Die Stadt Aleppo ist seit Juli 2012 de facto geteilt: die Rebellen kontrollieren die Viertel im Osten der Stadt, die westlichen Viertel stehen unter Kontrolle der Regierung. In der gleichnamigen Provinz steht hingegen der Osten unter Kontrolle der Regierungstruppen, alle anderen Gebiete sind in Rebellenhand.
Krieg in Syrien
In der Region Aleppo kämpfen die Truppen von Präsident Bashar al-Assad gegen eine Vielzahl von Rebellengruppen, etwa die mit der Al-Kaida verbündete Nusra-Front oder Einheiten, die vom Westen unterstützt werden. Die Armee hat bereits mehrere Ortschaften in der Region erobert, um die Aufständischen einzukreisen und diese von ihren Versorgungswegen abzuschneiden. In dem fast fünfjährigen Bürgerkrieg wurden über 210.000 Menschen getötet. Millionen Menschen sind vor den Kämpfen in andere Landesteile oder ins Ausland geflüchtet.
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