Brüssel-Anschläge: Der Mann mit dem Hut ist gefasst

Festgenommener Abrini soll der gesuchte dritte Attentäter sein.

Der am Freitag festgenommene Mohamed Abrini soll zugegeben haben, der als "Mann mit Hut" gesuchte dritte Attentäter des Anschlages auf den Brüsseler Flughafen vom 22. März gewesen zu sein. Das berichteten mehrere Medien am Samstagabend unter Berufung auf die belgische Staatsanwaltschaft.

Abrini sei mit Ermittlungsergebnissen konfrontiert worden und habe dann gestanden, am Anschlagsort gewesen zu sein. Weiters habe er angegeben, seine Jacke in
einen Mistkübel geworfen zu haben.

Bereits zuvor wurde bekannt, dass gegen Abrini wegen "terroristischen Mordes" im Zusammenhang mit den Pariser Anschlägen vom 13. November vergangenen Jahres ermittelt wird. Er wurde am Freitag als einer der letzten verbliebenen Hauptverdächtigen der Anschläge festgenommen.

Anklage gegen Osama K.

Der von belgischen Ermittlern festgenommene Terrorverdächtige Osama K. ist als Begleiter des Brüsseler Metroattentäters identifiziert worden. Auch beim Einkauf der Taschen, die die Terroristen bei den Anschlägen nutzen, sei er dabei gewesen, teilte die Staatsanwaltschaft am Samstag mit.

Ihm wird die Beteiligung an terroristischen Morden zur Last gelegt. Gegen ihn und drei weitere Männer wurde Haftbefehl erlassen, allen wird die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen.

Komplizenschaft an terroristischen Morden werfen die Ermittler dem 25-jährigen Ruander Herve B.M., der den Fahndern gemeinsam mit Osama K. ins Netz ging, vor. Die gleichen Vorwürfe werden gegen den 27 Jahre alten Bilal E.M. erhoben. Er wird als Helfer von Mohamed Abrini und Osama K. eingestuft. Nach Berichten des Senders VRT und der Zeitung "De Standard" soll es sich um einen Mann handeln, der vergangenes Jahr wegen Mitgliedschaft in der Islamisten-Organisation "Sharia4Belgium" zu fünf Jahren Haft verurteilt worden war. Er sei damals aber vorzeitig freigekommen.

Zwei Personen, die gemeinsam mit Abrini am Freitag festgenommen wurden, wurden nach eingehendem Verhör am Samstag entlassen, so die Staatsanwaltschaft.

Die Staatsanwaltschaft bestätigte auch, dass eine mögliche Bleibe Abrinis durchsucht wurde sowie die Wohnungen der beiden Terrorverdächtigen Herve B.M. und Bilal E.M. Die Durchsuchung eines mutmaßlichen Terroristenverstecks in der Brüsseler Gemeinde Etterbeek Samstagfrüh verlief hingegen ohne Ergebnis. Bei keiner der Razzien seien Waffen oder Sprengstoff gefunden worden.

Weiterer Verdächtiger gesucht

Gesucht wird laut der belgischen Zeitung "Le Soir" weiterhin nach einem Verdächtigen. Er soll, gemeinsam mit Salah Abdeslam - einem der Hauptverdächtigen der Anschläge von Paris - dem zweiten U-Bahn-Attentäter von Brüssel, Osama Krayem, sowie Amine Choukri - er soll ebenfalls an den Paris-Anschlägen beteiligt gewesen sein -, im Oktober vergangenen Jahres durch Deutschland gereist sein. Während Abdeslam, Krayem und Choukri bereits verhaftet wurden, sei der dritte Mann weiterhin flüchtig, so das Blatt. Es werde befürchtet, dass er sich noch immer in Brüssel aufhalte und in Besitz einer Tasche mit Sprengstoff sei, berichtete "Le Soir" unter Berufung auf die flämische Zeitung "De Standaard".

Bei den Anschlägen am Brüsseler Flughafen und in einem U-Bahn-Wagen im Europaviertel hatten die Terroristen am 22. März 32 Menschen getötet. Die Terrorserie von Paris am 13. November vergangenen Jahres forderte 130 Menschenleben, zudem starben am Tag der Anschläge und bei einer späteren Polizeiaktion insgesamt neun Attentäter.

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