Boko Haram tötete zwölf Buspassagiere

Insgesamt 20 Insassen im Norden Kameruns entführt.

Kämpfer der Islamistengruppe Boko Haram haben im Norden Kameruns 20 Passagiere eines Busses entführt und zwölf von ihnen getötet. Wie mehrere Zeugen am Montag übereinstimmend berichteten, ließen die Islamisten acht Frauen kurz nach dem Überfall wieder frei. Zwölf Männer seien dagegen getötet worden, sagte ein Einwohner aus der Region, dessen Frau unter den Freigelassenen war.

Ein Vertreter einer örtlichen Nichtregierungsorganisation bestätigte die Angaben. Der Bus sei auf dem Weg von Koza nach Mora gewesen, sagte ein Vertreter der Sicherheitskräfte. Die beiden Städte im Grenzgebiet zu Nigeria liegen wenige Dutzend Kilometer voneinander entfernt. Immer wieder komme es in der Region zu Entführungen von Zivilisten, ohne dass "jemand davon Notiz nimmt". Viele würden wieder freigelassen, wenn ihre Familien zu Verhandlungen bereit seien, die anderen würden getötet.

Der nigerianischen Armee ist es bisher nicht gelungen, den Vormarsch von Boko Haram im Nordosten des Landes zu stoppen. Zuletzt hatten die Islamisten auch vermehrt die Nachbarländer Kamerun und den Niger angegriffen. Kamerun und der Tschad schickten daher Truppen zur Bekämpfung der Rebellen, um eine Ausbreitung des blutigen Konflikts zu verhindern.

Boko Haram kämpft mit Gewalt für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Seit dem Jahr 2009 tötete die Gruppe bei Angriffen auf Polizei, Armee, Kirchen und Schulen mehr als 13.000 Menschen.

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