Premier Cameon kämpft für das Bleiben Großbritanniens in der EU.

© APA/AFP/POOL/EDDIE KEOGH

Großbritannien
05/21/2016

"Bleiben" oder "austreten" – das ist für Briten die Frage

Referendum: Fast 300 Prominente machen sich für einen Verbleib in der EU stark.

Die Liste liest sich wie eine Reihung der größten britischen Stars aus Kunst- und Kulturszene: Die Schauspieler Keira Knightley, Benedict Cumberbatch ("Sherlock"), Emma Thompson, Regisseur und Oscar-Gewinner Danny Boyle, aber auch der Autor John le Carré oder Modeschöpferin Vivienne Westwood – insgesamt 282 Prominente werfen sich für den Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union in die Bresche.
Die Insel sei nicht nur stärker in Europa, sie bleibe auch einfallsreicher und kreativer, wenn der "Brexit" abgewendet werde, schrieben die Prominenten in einem offenen Brief, den der Telegraph gestern veröffentlichte. "Von der kleinsten Galerie bis zum größten Blockbuster haben viele von uns an Projekten gearbeitet, die ohne EU-Förderung oder internationale Zusammenarbeit nie stattgefunden hätten", heißt es in dem Schreiben.

Kleiner Vorsprung

Rund einen Monat vor der alles entscheidenden Abstimmung, ob Großbritannien bleiben ("remain") oder austreten ("leave") soll, zeichnet sich noch immer kein klares Bild in der Bevölkerung ab. Jüngste Umfragen deuten eher auf einen winzigen Vorsprung des "Bleiben"-Lager hin (siehe Grafik). Doch die Zahl der Unentschlossenen ist immer noch so hoch, dass sie letztlich den Ausschlag geben könnten.

Entsprechend heftig hat nun der Kampf um die 46 Millionen britischen Wählerstimmen eingesetzt. Die Front der Befürworter und Gegner zieht sich dabei auch mitten durch die konservative Tory-Regierung. Premier David Cameron und sein Außenminister Philip Hammond werfen sich mit aller Kraft für ein "Bleiben" in der EU ins Zeug. Justizminister Michael Grove zeichnet indessen Schreckensbilder, sollte das Vereinigte Königreich die EU nicht schleunigst verlassen: "Jedes Jahr werden bis zu 400.000 Migranten nach Großbritannien kommen, wenn wir in der EU bleiben", warnte er. "Bis zum Jahr 2030 entspricht das einer Zuwanderung der Bevölkerungszahl von ganz Schottland."

Als einer der feurigsten "vote-leave"-Befürworter gilt Londons Ex-Bürgermeister Boris Johnson. Dabei schießt der Konservative gelegentlich über sein Ziel hinaus, wie zuletzt vor einer Woche, als er in einem Interview sagte: Die EU agiere undemokratisch, strebe die Bildung eines mächtigen Superstaates an. "Napoleon, Hitler und verschiedene andere Leute haben das versucht, und das endete tragisch", sagte Johnson. "Die EU ist nur ein Versuch, dieses Ziel mit anderen Methoden zu erreichen."

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