Syrien: Wohnviertel dem Erdboden gleichgemacht
Die syrische Regierung hat nach Angaben der US-Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch mehrere Wohngebiete zerstört, um deren Bewohner für eine Zusammenarbeit mit Aufständischen zu bestrafen. Seit Juli 2012 seien innerhalb eines Jahres sieben Wohnviertel dem Erdboden gleichgemacht worden, heißt es in einem Bericht. Die Fläche entspreche 200 Fußballfeldern.
Unter den Tausenden zerstörten Gebäuden seien viele Wohnblocks mit acht Stockwerken. Die Organisation präsentierte Satelliten-Aufnahmen von vor und nach der Zerstörung in Hama und Damaskus sowie Zeugenaussagen. Human Rights Watch zufolge erklären die Behörden den Abriss mit fehlenden Baugenehmigungen oder städtebaulichen Gründen. „Niemand sollte sich von der Regierung vormachen lassen, dass sie mitten in einem blutigen Konflikt Städteplanung betreibt“, sagte Ole Solvang von Human Rights Watch. „Das war eine kollektive Bestrafung von Vierteln, die verdächtigt wurden, die Rebellion zu unterstützen.“
Kein Durchbruch
Nahezu eine Woche nach Beginn der Verhandlungen zwischen den Bürgerkriegsparteien ist entgegen Meldungen vom Vortag, das Regime wolle auf Basis einer Übergangslösungs-Vereinbarung verhandeln, kein Durchbruch zu einer Friedensvereinbarung in Sicht. Vielmehr wurde bei den Gesprächen am Genfer UN-Sitz erneut deutlich, dass die Positionen weit voneinander entfernt sind, wie Delegierte und Diplomaten berichteten. Nach Angaben von Syrien-Vermittler Lakhdar Brahimi wird die erste Verhandlungsrunde heute, Freitag, abgeschlossen. Die Gespräche sollten nach einer „Auszeit“ von etwa einer Woche fortgesetzt werden. „Es ist schon ein Erfolg an sich, dass sie weiter miteinander reden wollen.“
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