Politik | Ausland
02.07.2017

Berlin: Polizeischutz für Moschee-Gründerin Ates

Die Anwältin erhielt mehrfach Morddrohungen, sodass das LKA zur Einschätzung gelangte, dass Polizeischutz rund um die Uhr notwendig sei.

Die Gründerin der liberalen Moschee in Berlin, Seyran Ates, wird nach zahlreichen Drohungen verstärkt von der Polizei geschützt. Wie aus ihrem Umfeld bekannt wurde, ist die Anwältin schon mehrfach bedroht worden, auch einmal auf offener Straße. Daraufhin sei der Personenschutz für die Frauenrechtlerin rund um die Uhr verschärft worden.

Ates sagte dazu der „Welt am Sonntag“, sie habe bereits rund 100 Morddrohungen bekommen. „Über die sozialen Medien habe ich wegen der Moscheegründung so viele Morddrohungen bekommen, dass das LKA zu der Einschätzung gelangt ist, mich rund um die Uhr schützen zu müssen.“ Ates war 1984 bereits Opfer eines Attentats geworden und dabei lebensgefährlich verletzt worden.

Jüngst hatte die Anwältin, die sich für einen säkularen und liberalen Islam einsetzt, im Stadtteil Moabit die Ibn-Rushd-Goethe-Moschee gegründet. Dort können Frauen und Männer, Sunniten, Schiiten und Aleviten gemeinsam beten. Frauen müssen beim Gebet kein Kopftuch tragen und können als Vorbeterin auftreten. Sie fühle sich in den anderen deutschen Moscheegemeinden als Frau diskriminiert, hatte Ates ihr Projekt begründet.

Das Projekt hatte für viel Aufmerksamkeit gesorgt, in türkischen Medien wurde es als ein von der Gülen-Bewegung gesteuertes Projekt bezeichnet.