Politik | Ausland
31.05.2017

Deutschland will keinen NATO-Gipfel in der Türkei

Die Türkei solle nicht international aufgewertet werden, heißt es aus NATO-Kreisen.

Die NATO-Staaten haben einem Medienbericht zufolge ein Angebot des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ausgeschlagen, im kommenden Jahr den Gipfel des Militärbündnisses auszurichten. Dies berichtet die Zeitung Die Welt unter Berufung auf hohe NATO-Diplomaten, die mit der Angelegenheit vertraut sind.

Die Türkei hatte sich als eines von mehreren NATO-Ländern als Gastgeber des Spitzentreffens angeboten. "Wir wollen die Türkei nicht international aufwerten und den Eindruck vermeiden, dass die NATO die interne Politik der türkischen Regierung unterstützt", zitierte Die Welt aus NATO-Kreisen. Wie die Zeitung weiter berichtete, ist Belgien bereit, 2018 ein Gipfeltreffen in Brüssel auszurichten. Ein Beschluss dazu soll demnach auf dem Treffen der NATO-Verteidigungsminister Ende Juni fallen.

Vor allem Frankreich und Deutschland sollen sich gegen den Gipfel in der Türkei ausgesprochen haben. Damit nehmen die Spannungen zwischen Deutschland und der Türkei weiter zu - unter anderem wurde ein Besuch deutscher Abgeordneter bei den deutschen Soldaten am türkischen Luftwaffenstützpunkt in Incirlik nicht zugelassen. Die SPD fordert nun den Abzug der Bundeswehr.