Ban Ki-moon: "Aleppo ist ein Synonym für Hölle"
Der scheidende UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hat eine sofortige Wiederaufnahme der Evakuierungsaktionen in der syrischen Stadt Aleppo gefordert. "Aleppo ist nun ein Synonym für Hölle", sagte Ban am Freitag bei seiner letzten Pressekonferenz am Sitz der Vereinten Nationen in New York. Er gibt sein Amt zum Jahreswechsel ab.
Die Vereinten Nationen mobilisierten alle Ressourcen und Mitarbeiter, gleichzeitig müssten die Konfliktparteien alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, "um eine sichere Wiederaufnahme des Evakuierungsprozesses zu ermöglichen", sagte Ban. Die UNO halte sich bereit, "um jederzeit alles zu tun, um so viele Menschen wie möglich zu retten", betonte er und bedauerte ausdrücklich die Unterbrechung der Evakuierungen.
"Klaffendes Loch im weltweiten Gewissen"
"Das Blutbad in Syrien bleibt ein klaffendes Loch im weltweiten Gewissen", sagte Ban. " Aleppo ist inzwischen ein Synonym für Hölle."
Der UN-Sicherheitsrat wollte am Freitag über die Lage in Aleppo beraten. UN-Nothilfekoordinator Stephen O'Brien sollte über die aktuelle Situation informieren. Die Dringlichkeitssitzung wurde von Frankreich beantragt, das auf die Entsendung internationaler Beobachter dringt. Sie sollen die Evakuierung von Zivilisten und humanitäre Hilfslieferungen überwachen.
Das mächtigste UN-Gremium hat sich im Syrien-Konflikt allerdings wiederholt als nicht handlungsfähig erwiesen. Russland, das die Truppen des syrischen Machthabers Bashar al-Assad massiv bei der Rückeroberung Aleppos unterstützt, hat im Sicherheitsrat ein Vetorecht.
Ban denkt über politische Rolle in Südkorea nach
Nach dem Ende seiner Amtszeit erwägt der scheidende UN-Generalsekretär eine politische Rolle in seinem Heimatland Südkorea. "Ich werde zurück nach Korea gehen und versuchen, so viele Menschen wie möglich zu treffen", sagte Ban. "Ich werde ernsthaft darüber nachdenken, was ich wie am besten für mein Land tun kann."
Die politische Situation in Südkorea, wo das Parlament vor einer Woche mit großer Mehrheit für die Einleitung eines Amtsenthebungsverfahrens gegen Präsidentin Park Geun-hye gestimmt hatte, sei "sehr, sehr schwierig".
Ein Polizeisprecher gab auf Anfrage der APA die Zahl der Demonstranten mit etwa 500 an. Es habe keine Zwischenfälle oder Verkehrsbehinderungen gegeben.
Bereits am Donnerstag hatten angesichts der prekären Lage in Ost-Aleppo etwa 500 Demonstranten vor Russlands Botschaft in Wien gegen die militärische Unterstützung des Kreml für das syrische Regime protestiert.
Demonstrationsorganisator Badran Farwarti vom Verein "Die Freien SyrerInnen" sagte zur APA, man wolle auch vor dem Parlament in Wien protestieren. "Wir wollen die österreichische Regierung direkt und die EU indirekt auffordern, etwas gegen dieses Massaker zu tun", sagte er.
Samstagnachmittag wird am Wiener Heldenplatz eine weitere Demonstration von Syrern stattfinden. Der Veranstalter erwarten rund 2.000 Teilnehmer bei der Kundgebung, die um 14.00 Uhr beginnen soll.
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