© APA/AFP/POOL/MICK TASIKAS

Politik Ausland
12/01/2020

Australischer Soldat trank aus Beinprothese von totem Taliban

Der Skandal um Kriegsverbrechen australischer Soldaten in Afghanistan ist um eine Facette reicher.

In einem Bericht des Australia ist zu sehen, wie ein Soldat aus der Beinprothese eines getöteten Taliban trinkt. Das Foto, aufgenommen im Jahr 2009, wurde in einem inoffiziellen Pub auf einem Stützpunkt der australischen Spezialeinsatzkräfte geschossen, in dem neben Totenkopfflaggen auch ein Eisernes Kreuz gehangen sein soll.

Die Prothese soll von den Soldaten verbotenerweise vom Schlachtfeld mitgenommen worden sein – ein Vergehen, das nach australischem Recht mit bis zu 20 Jahren Haft geahndet werden könnte. Soldaten berichten, dass auch Vorgesetzte vom Geschehen wussten, einige sollen sogar selbst aus der Prothese getrunken haben.

39 Menschen getötet

Die Fotos gelangten kurz nach einer der schwersten Krisen der australischen Streitkräfte an die Öffentlichkeit: Vor zwei Wochen wurde bekannt, dass 25 Mitglieder einer Sondereinheit zwischen 2005 und 2016 mindestens 39 Gefangene oder Zivilisten „unrechtmäßig“ getötet hätten. Es gab Hinweise auf „schwerste Verstöße“ hinsichtlich militärischen Verhaltens und professioneller Werte. Der Chef der australischen Streitkräfte, General Angus Campbell (siehe Hauptbild), entschuldigte sich beim afghanischen Volk „für jegliches Fehlverhalten australischer Soldaten“.

Keine dieser „unrechtmäßigen Tötungen“ ist laut Campbell „in der Hitze des Gefechts“ passiert. „Jede Person, mit der während dieser Untersuchung gesprochen wurde, verstand das Kriegsvölkerrecht und die Einsatzregeln, unter denen sie im Einsatz war.“ 13 der im Bericht genannten Soldaten stehen noch im Dienst, dürften aber bald entlassen werden – die veröffentlichten Bilder werden weitere Untersuchungen nach sich ziehen.

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