Politik | Ausland
08.02.2018

Athen will über Reparationen mit Berlin reden

Bundestagsvizepräsidentin Roth: "Es wird keinen Schlussstrich unter unsere Geschichte geben"

Im Streit um deutsche Reparationszahlungen für erlittene Schäden im Zweiten Weltkrieg hat der griechische Parlamentspräsident Nikos Voutsis eine neue Debatte mit Berlin angekündigt.

"Noch in diesem Jahr werden wir alle nötigen Aktionen unternehmen, um sowohl auf parlamentarischer als auch auf Regierungsebene darüber (mit Berlin) zu reden", sagte Voutsis nach einem Treffen mit Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth in Athen, wie der griechische Rundfunk (ERT) berichtete.

"Kein Schlussstrich"

Roth erklärte ihrerseits, "es wird keinen Schlussstrich unter unsere Geschichte geben" und fügte hinzu: "Wir sind daran interessiert, gemeinsam die Geschichte aufzuarbeiten." Sie legte zum Auftakt einer fünftägigen Griechenlandreise am Donnerstag einen Kranz an der Hinrichtungsstätte im Athener Stadtteil Kesariani nieder. Dort wurden während der deutschen Besatzung in den Jahren 1941 bis 1944 mehr als 600 Menschen erschossen.

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Ein 1960 von der damaligen Bundesregierung abgeschlossenes Abkommen sah die Zahlung von 115 Millionen Mark vor. | Hintergrund

Das Thema der Reparationen belastet die deutsch-griechischen Beziehungen seit Jahrzehnten. Experten des griechischen Finanzministeriums und der Zentralbank in Athen haben die Höhe der Reparationen berechnet. Die Gesamtforderungen werden darin auf zwischen 269 und 332 Milliarden Euro beziffert.

Die deutsche Bundesregierung sieht die Entschädigungsfrage als erledigt an. Ein 1960 von der damaligen Bundesregierung abgeschlossenes Abkommen sah die Zahlung von 115 Millionen Mark vor.