Fremde DNA im Fall Nisman gefunden

Ermittler fanden die Spuren in der Wohnung des Staatsanwalts. Die Behörden suchen nach der zugehörigen Person.

DNA-Fund im Fall Alberto Nisman: Die Ermittler im Fall des Todes des argentinischen Staatsanwalts haben in dessen Wohnung in Buenos Aires DNA einer fremden Person gefunden. Das teilten die argentinischen Justizbehörden am Montag nach Angaben der spanischen Nachrichtenagentur EFE mit. Nun wolle man herausfinden, wem die DNA zugeordnet werden könne.

Die mit den Ermittlungen betraute Richterin Fabiana Palmaghini forderte die Person auf, von der die DNA stammen könnte, sich bei der Gerichtsmedizin zu melden, um einen Abgleich machen zu lassen. Es war das erste Mal seit dem Tod des Staatsanwalts, dass unbekannte DNA in dessen Wohnung, wo seine Leiche lag, sichergestellt wurde.

Nisman in Badezimmer gefunden

Cristina Fernández de Kirchner spricht bei einer Veranstaltung.
Argentina's President Cristina Fernandez de Kirchner speaks after heading a meeting with governors in Casa Rosada government house in Buenos Aires in this January 30, 2015 file photo. Argentine prosecutor Alberto Nisman, who was found dead in mysterious circumstances last month had drafted a request that Fernandez be arrested for conspiring to derail his probe into the deadly bombing of a Jewish center, the investigator into his death said on February 3, 2015. REUTERS/Enrique Marcarian/Files (ARGENTINA - Tags: CRIME LAW POLITICS)
Nisman war Ende Jänner kurz vor einer geplanten brisanten Anhörung im Parlament mit einem Einschussloch im Kopf und einer neben ihm liegenden Pistole in seinem Badezimmer aufgefunden worden. Wenige Tage zuvor hatte er ein 300 Seiten starkes Dossier eingereicht, in dem er unter anderem Staatspräsidentin Cristina Fernandez de Kirchner Behinderung der Justiz vorwarf. Nisman machte den Iran für einen 1994 verübten Anschlag auf das jüdische Gemeindezentrum Amia mit 85 Toten verantwortlich und beschuldigte die argentinische Regierung, die Aufklärung des Falls zu vereiteln, um das Verhältnis zu Teheran nicht zu belasten.

Viele Argentinier glauben, dass Nisman ermordet wurde. Dagegen deuteten nach Angaben der Ermittler die Autopsie-Ergebnisse bisher auf einen Suizid hin, obwohl keine Schmauchspuren an den Händen des Staatsanwalts gefunden wurden.

Schweigemarsch am 18.Februar

Die Staatsanwälte des Landes haben vergangene Woche für den 18. Februar - einen Monat nach Nismans Tod - jedenfalls einen Schweigemarsch zu Ehren ihres toten Kollegen angekündigt. Damit wollen sie ihre Forderung nach einer Respektierung ihrer Unabhängigkeit demonstrieren. "Dieser makabre Tod muss uns aufwecken - Nismans Tod ist der erste Fall, aber er könnte nicht der letzte gewesen sein", warnte der Staatsanwalt Carlos Stornelli.

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