Arabische Satiriker über IS - "Dschihad Unchained"

Arabische Komiker antworten auf Exzesse der IS mit schwarzem Humor.

Der Aufstieg des "Islamischen Staates" (IS) in Syrien und dem Irak ist begleitet von Schrecken, Panik und beispielloser Gewalt – die Ratlosigkeit auf politischer Ebene, wie damit zu verfahren sei, hat in der arabischen Welt aber auch Satiriker auf den Plan gerufen, die sich in sozialen Medien und in TV-Shows äußern: durch Fotomontagen, Kurzfilme oder Stand-ups. Die Stoßrichtung: Die IS vertrete einen naiv-barbarischen Islam.

Da ist etwa der Kurzfilm eines palästinensischen Kollektivs, eine Szene an einer Straßensperre. Ein Christ wird gestoppt, es kommt zu einem Streit unter den IS-Kämpfern, wer ihn erschießen darf, um Gottes Segnungen zu erfahren. Der Christ stirbt an einem Herzinfarkt. Die Dschihadisten bitten ihn, mit dem Sterben zu warten und versprechen ihm, ihn auch wirklich zu töten.

In einem anderen Film fährt ein Taxifahrer einen Salafisten, der über diverse moderne Errungenschaften wie Autoradio oder Mobiltelefone lästert. Letztendlich schmeißt der Fahrer seinen Gast aus dem Auto und rät ihm, sich ein Kamel zu suchen.

Solche Späße sind aber auch Propaganda. So strahlt das syrische Staatsfernsehen eine Show aus, in der die IS aufs Korn genommen wird.

Dass solche Parodien aber durchaus einen Nerv treffen, belegt die Welle an Postings in sozialen Netzwerken. Als besonders beliebte Inspiration zu Wortwitzen erweisen sich dabei Filmtitel. Wie etwa "Kill Bill, Kill Everyone", "Dschihad Unchained", "I Know What You Did Last Ramadan" oder "My Best Friends 11-Year-Old Daughter’s Wedding".

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