Politik | Ausland
06.12.2018

Aquarius-Einsatz von Ärzte ohne Grenzen offenbar vor dem Aus

Nach "gezielter Kampagne" sei man zu diesem Schritt gezwungen.

Nach Informationen der Tageszeitung Der Standard stellt Ärzte ohne Grenzen den Betrieb des Rettungsschiffs Aquarius ein. Nach einer "gezielten Kampagne" gegen die Rettungsaktionen im Mittelmeer, "angeführt von Italien und unterstützt von anderen EU-Staaten wie Österreich", sei man zu diesem Schritt gezwungen, sagte Österreich-Geschäftsführerin Laura Leyser gegenüber der Zeitung.

Panama hatte dem von Ärzte ohne Grenzen und SOS Mediterranee betriebenen Rettungsschiff die Flagge entzogen. Diese Woche hatte auch die Schweiz dem Schiff verweigert, unter seiner Flagge auszulaufen.

Das Ende komme zu "einem kritischen Zeitpunkt", so Leyser. Seit Jahresbeginn seien 2.130 Menschen im Mittelmeer ertrunken. Die Aquarius hat seit Beginn ihres Einsatzes 2016 rund 29.000 Menschen aus dem Mittelmeer gerettet. Ihren letzten Einsatz hatte sie am 6. Oktober. Seither liegt sie im Hafen von Marseille.