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Politik Ausland
01/20/2019

Angriff auf UN-Stützpunkt in Mali: Mindestens acht Blauhelme tot

Bewaffnete attackierten Soldaten aus dem Tschad. Das westafrikanische Land ist Aufmarschgebiet islamistischer Gruppen.

Bei einem Angriff auf einen UNO-Stützpunkt im Nordosten von Mali sind am Sonntag mindestens acht Blauhelm-Soldaten aus dem Tschad getötet worden. Wie die UNO-Mission MINUSMA mitteilte, wurde der Stützpunkt in Aguelhok von zahlreichen bewaffneten Angreifern attackiert. Die Soldaten setzten sich demnach gegen den "komplexen Angriff" zur Wehr.

Bei den Kämpfen seien mindestens acht tschadische Soldaten getötet und mehrere weitere verletzt worden. MINUSMA -Chef Mahamat Saleh Annadif sprach von einem "schändlichen und verbrecherischen Angriff". "Es braucht ein robustes, sofortiges und koordiniertes Vorgehen aller militärischen Kräfte, um die Gefahr des Terrorismus in der Sahelzone auszumerzen", mahnte er.

Kampf gegen Islamisten

Das westafrikanische Mali ist seit 2012 Aufmarschgebiet für islamistische Gruppierungen, die damals die Kontrolle über den Norden des Landes übernahmen. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich griff 2013 militärisch ein und drängte die Islamisten zurück. Doch trotz der Präsenz tausender internationaler Soldaten herrscht weiterhin Instabilität.

Die mehr als 13.000 Blauhelm-Soldaten werden immer wieder Ziel von Angriffen. Der Stützpunkt in Aguelhok, der 200 Kilometer nördlich der Stadt Kidal an der Straße zur algerischen Grenze liegt, wurde zuletzt im April 2018 angegriffen. Dabei waren zwei Blauhelm-Soldaten getötet und mehrere weitere verletzt worden. Seit 2013 sind in Mali bereits mehr als 100 UNO-Soldaten getötet worden.