Al-Nusra-Miliz warnt Westen erneut

Türkische Sicherheitskräfte stehen einer Menschenmenge mit Schutzschilden gegenüber.
Die Terrorgruppe nennt die Luftangriffe auf IS-Stellungen "Krieg gegen den Islam".

Der Chef der extremistischen Al-Nusra-Front hat den Westen vor weiteren Luftangriffen in Syrien gewarnt. Sollten die USA und ihre Verbündeten diese nicht einstellen, werde die Gruppe den Kampf in die westlichen Länder tragen, erklärte der Chef der Al-Nusra-Front, Abu Mohammed al-Julani, am Sonntag in einer im Internet verbreiteten Audiobotschaft.

Die Botschaft richteten sich an die Bürger "in Amerika und Europa". "Eure Führer werden den Preis für den Krieg nicht alleine zahlen, Ihr werdet den höheren Preis zahlen", sagte al-Julani weiter.

"Eine neue Kreuzfahrer-Allianz"

"Was habt ihr von eurem Krieg gegen die Muslime und die Dschihadisten, außer Tragödien und Schmerzen, die über eure Länder und eure Kinder kamen?", führte der Chef des Ablegers des Terrornetzwerks Al-Kaida weiter aus. Die Menschen in den von Aufständischen gehaltenen Regionen Syriens rief al-Julani auf, sich solidarisch mit den Extremisten zu zeigen. Die westlichen Verbündeten seien "eine neue Kreuzfahrer-Allianz".

Erst am Samstag hatte ein Sprecher der Al-Nusra-Front den USA und ihren Verbündeten in einer Videobotschaft mit Vergeltung gedroht. Al-Nusra-Sprecher Abu Firas al-Suri bezeichnete den internationalen Militäreinsatz gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in dem im Internet verbreiteten Video als "Krieg gegen den Islam". Am Montag hatte bereits ein IS-Sprecher zu gezielten Tötungen von Bürgern aus westlichen Staaten aufgerufen, die sich am Kampf gegen die Dschihadisten im Irak und in Syrien beteiligen.

Großangriff auf Kurdenenklave

Unterdessen scheint der IS von mehreren Seiten einen Großangriff auf die kurdische Enklave Ayn al-Arab in Nordsyrien begonnen zu haben. Mindestens zwei Granaten seien am Abend im Westen der Stadt eingeschlagen, berichtete die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Auch von Osten her sollen die Extremisten nach Angaben von Augenzeugen angreifen.

Auf Twitter berichten Beobachter von der türkischen Grenze aus ebenfalls von "schwerem Beschuss". Eine arabische Journalistin vor Ort schrieb unter Berufung auf Anrainer, es sei das erste Mal, dass die IS-Miliz einen so großen Angriff unmittelbar auf die Stadt führe. Autos würden "reihenweise" die Stadt verlassen. Ein Korrespondent der kurdischen Nachrichtenseite Rudaw bestätigte Angriffe auf das Stadtzentrum.

Angriffe des IS

Am Samstag hatten IS-Extremisten Ayn al-Arab nach Angaben der Beobachtungsstelle erstmals mit Mörsergranaten beschossen. Mindestens ein Bewohner sei dabei ums Leben gekommen. Die IS-Kämpfer haben vor über einer Woche einen Vormarsch auf die von Kurden bewohnten Gebiete in Nordsyrien begonnen. 60 Dörfer rund um Ayn al-Arab (kurdisch: Kobane) fielen bereits in ihre Hände.

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