Politik | Ausland
19.08.2018

Afghanistans Präsident verkündet dreimonatige Waffenruhe mit Taliban

Ghani hofft rund um islamisches Fest auf Einhaltung durch die Islamisten.

Trotz jüngster Kämpfe und Anschläge hat der afghanische Präsident Ghani rund um das islamischen Opferfest (Eid al-Adha) eine neue Waffenruhe mit den radikalen Taliban ausgerufen. Sie ist an Bedingungen geknüpft. Sie soll am Montag (20. August) beginnen und drei Monate dauern. "Ich hoffe, auch die Taliban rufen eine Waffenruhe aus", erklärte Ghani.

Das Opferfest beginnt am Dienstag. Der Präsident stellte in den Raum, dass eine Waffenruhe auch länger dauern könnte; sie könnte bestehen, "solange sie die Taliban (...) respektieren", sagte Ghani.

Die einseitig verkündigte Waffenruhe in Afghanistan soll nach dem Willen von Präsident Ghani bis zum 21. November gelten, dem Geburtstag des Propheten Mohammed, wie Ghani am Sonntag in einer Fernsehansprache weiter sagte. Voraussetzung sei, dass die Taliban ebenfalls eine Feuerpause verkündeten.

Im Juni hatte die Regierung erstmals einseitig eine Waffenruhe mit den Taliban ausgerufen, sie aber nach 18 Tagen für beendet erklärt. Im August lieferten sich die Konfliktparteien u.a. schwere Kämpfe in der ostafghanischen Provinzhauptstadt Ghazni. Die Taliban hatten die Stadt am 9. August angegriffen, es gab tagelange Gefechte. Inzwischen wurden die Extremisten von den Regierungstruppen wieder aus der Stadt vertrieben.