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Politik | Ausland
07/05/2019

Sexistisches AfD-Plakat verstört sogar eigene Anhänger

Das Motiv steht für eine neue Plakatkampagne der AfD Sachsen zur Auswahl. Es zeigt eine nackte Frau, die an einen Heizkörper gekettet ist.

Ein Motiv für die neue Plakatkampagne der AfD Sachsen sorgt derzeit für Ärger. Darauf ist eine nackte Frau zu sehen, die an einen Heizkörper gekettet ist und offenbar kurz davor steht, mit einem spitzen Gegenstand misshandelt zu werden. "Pfefferspray hilft nicht immer", aber "gute Politik schon", steht auf dem Plakat.

Ob die Wähler wegen eines solchen Plakats "darum jetzt" bei der Landtagswahl in Sachsen am 1. September ihr Kreuz bei der AfD machen würden? Eher unwahrscheinlich, denn das Plakat scheint selbst dem eigenen Klientel übel aufzustoßen.

Unter einem Facebook-Posting des Pressesprechers der sächsischen AfD, Andreas Harlaß, lassen AfD-Anhänger kein gutes Haar an dem fragwürdigen Sujet. "Komplett das Thema verfehlt", "Effekthascherei", "Billig", "irreführend", "Furchtbar", "Geht gar nicht", "Völlig daneben!", "Bilder der echten Opfer wären besser" - die Meinungen zur Bildsprache sind eindeutig.

Selbst der AfD-Landtagskandidat Norbert Mayer (62) aus Freital findet den Slogan laut Bild-Zeitung "völlig daneben". Im Gespräch mit dem Stern verteidigt Harlaß das Motiv. Das Plakat sei lediglich ein Angebot, mit fünf weiteren Motiven. "Die Kreisverbände und Spitzenkandidaten können aus diesem Katalog auswählen, ob und welche Plakate sie für den Wahlkampf nutzen wollen", sagte Harlaß.

Sieg in Sachsen möglich

Derweil hat die AfD gute Aussichten, bei der Landtagswahl im September zu gewinnen. Die aktuellsten Umfragen zeigen ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der CDU. Laut Umfrage von Infratest Dimap rangiert die AfD bei 26 Prozent.