Politik | Ausland
25.06.2018

AfD-Chef Meuthen rügt Jugendorganisation JA

Antisemitismus und Rassismus dürfen nicht akzeptiert werden, erklärte der Parteivorsitzende.

AfD-Chef Jörg Meuthen hat die Parteijugend Junge Alternative (JA) aufgefordert, extremistische Tendenzen nicht zu dulden. "Die JA muss zusehen, dass ein Über-die-Stränge-Schlagen Einzelner nicht mehr vorkommt", sagte Meuthen in einem Interview mit der Welt (Montagsausgabe).

"Der Bundesvorstand hat die JA bei einem Treffen am Freitag aufgefordert, Ordnung im eigenen Laden zu schaffen und auch darüber zu berichten." Nicht zu dulden seien Äußerungen, "die man als nazistisch, rassistisch, antisemitisch oder menschenverachtend werten kann". Da dürfe es "absolut keinerlei Akzeptanz, auch keine passive Hinnahme geben", sagte Meuthen. Auch Symbole der Identitären Bewegung hätten bei der AfD nichts zu suchen.

"Vernünftig und hochintelligent"

Weitere Maßnahmen gegen die Parteijugend brachte Meuthen zunächst nicht ins Spiel. "Einstweilen meine ich, dass man auf die Vernunft der jungen Menschen bauen sollte", sagte der AfD-Chef. "In der JA gibt es deutlich mehrheitlich vernünftige und hochintelligente Mitglieder."

Beim jüngsten JA-Bundeskongress im thüringischen Seebach waren unter anderem mehrfach alle Strophen des Deutschlandlieds gesungen worden. Meuthen sagte dazu, das Lied enthalte Passagen, die "aus guten Gründen nicht gesungen werden".

Auf dem Kongress hatte AfD-Chef Alexander Gauland die Zeit des Nationalsozialismus als "Vogelschiss" in der deutschen Geschichte bezeichnet. Die Äußerungen riefen Empörung und scharfe Kritik hervor. Jan Wenzel Schmidt, JA-Landesvorsitzender in Sachsen-Anhalt, nannte die Rede indes auf Facebook "den Beginn einer neuen deutschen Identität".