Wrackteile der Malyasia Airlines Maschine

© REUTERS/MICHAEL KOOREN

MH17
05/23/2016

Angehörige von MH17-Opfern klagen Russland und Putin

Klage beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eingebracht.

Die Angehörigen von 33 Passagieren der vor fast zwei Jahren über der Ostukraine abgeschossenen Malaysia-Airlines Maschine haben Klage gegen Russland und Präsident Wladimir Putin eingereicht.

Das sagte ihr Anwalt Jerry Skinner in Sydney der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Die Angehörigen verlangten zehn Millionen US-Dollar pro Person (ca. neun Mio Euro). Russland hat eine Beteiligung an dem Abschuss stets dementiert. In Europa bearbeite der Berliner Rechtsanwalt Marcus Goldbach das Verfahren, sagte Skinner.

Skinner hatte bereits Angehörige von Opfern des Lockerbie-Anschlags von 1988 vertreten. Damals starben 270 Menschen bei der Explosion einer Bombe in einem PanAm-Flug von London nach New York.

Flug MH17 war am 17. Juli 2014 auf dem Weg von Amsterdam nach Malaysia über dem Kampfgebiet der Ostukraine abgeschossen worden. Alle 298 Menschen an Bord starben. Die Rakete wurde nach Angaben der britischen Recherchegruppe Bellingcat von einer Einheit abgeschossen, die zu den russischen Streitkräften gehörte. Die niederländischen Behörden wollen sich zu der Frage, wer die Rakete abfeuerte, erst in der zweiten Jahreshälfte äußern.

Die Klage sei beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eingereicht worden. „So eine Tat, die ein Zivilflugzeug in einer Konfliktzone zerstört, verstößt gegen das Recht auf Leben“, sagte der US-Anwalt Skinner von der Firma LHD Lawyers. Die Angehörigen werfen Russland nach seinen Angaben vor, die Beteiligung an der Tat verschleiert und keine internen Untersuchungen eingeleitet zu haben.

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