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Politik
12/05/2011

Aus der Redaktion

Von einem "Zeitungskrieg" war die Rede. Es geht aber um etwas ganz anderes: Öffentliche Stellen schalten Inserate, deren Sinnhaftigkeit nur die Empfänger der Steuermillionen verstehen.

von Helmut Brandstätter

Seit Tagen berichten wir über die sonderbare Vergabe von ÖBB-Inseraten an den Boulevard. Der damalige Infrastrukturminister Werner Faymann habe sich nach neuesten Aussagen von ehemaligen ÖBB-Managern als Inseratenkeiler für mit ihm befreundete Medien betätigt.

Sein engster Mitarbeiter Josef Ostermayer habe Druck auf die Manager gemacht.

Der ORF hat das bis jetzt als "Zeitungskrieg" bezeichnet, so wollte das Kanzleramt das Thema darstellen, weil Gratiszeitungen sich massiv gegen unsere Berichterstattung gewehrt haben - zum Teil auch mit Verleumdungen.

Gestern hat sich der ORF innerhalb weniger Stunden völlig gedreht. In der ZiB 2 hat ein Interview von Armin Wolf mit Staatssekretär Ostermayer wieder ein Stück Wahrheit hervorgebracht.

Armin Wolf hat im Detail die Vorwürfe formuliert, so hat er auch den heutigen KURIER zitiert: Da beschreibt ein Ex-Manager im Detail, dass man ihm erklärt hat, ein Teil der ÖBB-Werbemillionen müsse für die positive Darstellung von Faymann in den Boulevardmedien reserviert werden. Ostermayer hat dem in der ZiB 2 nicht widersprochen.

Um geschätzte 100 Millionen pro Jahr werben öffentliche Stellen. Nicht zufällig seit der Gründung von zwei Gratiszeitungen haben diese Inserate noch einmal massiv zugenommen. Die Beeinflussung der Berichterstattung am Boulevard auf Kosten der Steuerzahler muss aufgeklärt werden und dann aufhören. Das tut manchen weh, aber es ist wichtig für unsere Demokratie.

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